Zwischen Bahnhofstrasse und Begegnungszone in Sissach ist das Grossprojekt «Bahnhof-Zentrum» geplant mit Geschäften, Wohnungen und öffentlichem Parking. Die Gebäude gliedern sich in einzelne, in Grundriss und Höhe gestaffelte Baukörper und sollen sich in die bestehende Ortsstruktur einfügen. Zum Freiraum gehört ein multifunktionaler Platz für verschiedenste Veranstaltungen.

Für diese Überbauung sind zwei Quartierpläne (QP) notwendig. Das westlicher gelegene Areal des QP 1 umfasst 4800 Quadratmeter und ist im Besitz der CIAG Cheesmeyer Immobilien AG um den Sissacher Architekten Robert Häfelfinger. Der benachbarte Boden des QP 2 misst 2400 Quadratmeter und gehört der einheimischen Heid Küchen AG. Laut den Planern ist mit einem Investitionsvolumen von rund 45 Millionen Franken zu rechnen.

Schon seit zehn Jahren werde über die Entwicklung dieses Areals diskutiert, sagt Peter Buser, der Gemeindepräsident von Sissach. Die zwei Grundeigentümer wollten zu Beginn etwas gemeinsam realisieren, dann gab es ein langes Hin und Her. «Und nun hat man die beiden separat auf die Schienen gebracht», erzählt Buser, der froh ist, dass es nun vorwärtsgeht. Die öffentliche Hand ist nicht direkt am Projekt beteiligt. Der Gemeindepräsident lässt jedoch durchblicken, dass die Gemeinde vielleicht später am Parking partizipiert.

«Wichtiges Projekt für Sissach»

Am Mittwoch wird Sissachs Bevölkerung an einem Anlass über die Quartierpläne informiert. Danach beginnt das 30-tägige Mitwirkungsverfahren. Peter Buser will, dass offene Fragen möglichst rasch bereinigt werden. Spätestens an der Gemeindeversammlung im Dezember sollen die Stimmbürgerinnen und -bürger über die Quartierpläne befinden können. Offen ist, bis wann die ganze Überbauung verwirklicht wird.

«Für Sissach ist das ein wichtiges Projekt», erklärt Buser. Auf dem Teil des QP 2 sind schon früher Liegenschaften abgebrochen worden mit der Auflage, dort innert einer gewissen Frist wieder etwas zu planen und zu bauen, um die Lücken im Ortskern zu schliessen. Das stattliche, kantonal geschützte Cheesmeyer-Haus an der Begegnungszone ist vom Bauvorhaben zwar nicht tangiert. Allerdings habe es länger gedauert, bis man sich über die Höhen der neuen Bauten einig gewesen sei, weiss Peter Buser.

Die Planer vom Planteam S AG in Luzern schreiben in einer Mitteilung zum «Bahnhof-Zentrum»: «Die behutsame, aber effiziente Nachverdichtung schafft einen städtebaulichen und räumlichen Mehrwert, und es entsteht ein belebtes Gelenk zwischen Bahnhof und Dorfkern.» Mit dieser Gesamtüberbauung «verschwindet für viele ein Schandfleck, für andere wird etwas für die Zukunft verbaut, das niemand mehr rückgängig machen kann», weist der Gemeindepräsident auf die Ambivalenz hin.