Die 270-Einwohner-Gemeinde Roggenburg ist vor allem für ihre Landschaft und für das einmal jährlich stattfindende internationale Motocross-Rennen bekannt. Kaum jemand weiss jedoch, dass sich ein Besuch im beschaulichen Dorf an der französischen Grenze auch wegen des dortigen Gotteshauses lohnt: Die römisch-katholische Kirche St. Martin gehört zum Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung.

Witterung setzte Kirche zu

In den vergangenen Wochen war die Kirche allerdings von einem Gerüst umgeben. Die Renovation war nötig geworden, weil die Witterung dem Gebäude in den vergangenen Jahren stark zugesetzt hatte. Am nächsten Sonntag, dem Martinstag, erhält die Kirche nach sechsmonatigen Aussensanierungsarbeiten während eines ökumenischen Gottesdienstes eine erneute Einsegnung.

Am Gedenktag wird an den heiligen Martin von Tours erinnert, dem Schutzpatron der Roggenburger Kirche. «Unser Pfarrer Abbé Justin segnet die Kirche, indem er ein Gebet spricht und die Kirche mit Weihwasser besprengt», sagt Theres Willemin, Vize-Präsidentin der Kirchgemeinde Roggenburg-Ederswiler.

Eine wichtige Historie

Diese erweist mit dem festlichen Akt ihrer Kirche die Ehre. «Die Baugeschichte der Kirche St. Martin ist historisch und kunstgeschichtlich ausserordentlich vielfältig», schreibt die Kirchgemeinde in einer Medienmitteilung.

«Untersuchungen am aufgehenden Mauerwerk bestätigen, dass die heutige Kirche bis zur Dachtrauf weitgehend aus dem 12. Jahrhundert stammt.» Der Grundriss des romanischen Baus sei charakteristisch durch ein verhältnismässig grosses, nicht unterteiltes Kirchenschiff mit eingezogener Sakristei im Osten und einem reingezogenen, rechteckigen Vorraum im Westen.