Treue Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Liestaler Stadtlaufs werden sich umgewöhnen müssen. Aber nur für die 34. Auflage, die am 30. August stattfindet. Denn der diesjährige Laufevent weist im Stadtkern eine andere Streckenführung auf. Grund: die Rathausstrasse. Das Herzstück, wo sich üblicherweise Start und Ziel befinden, steht wegen der Sanierung heuer nicht zur Verfügung.

Das Organisationskomitee hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Liestal einen neuen Parcours rund ums Stedtli ausgeheckt. «Dieser ist die einzige Möglichkeit, um den Stadtlauf 2017 durchzuführen», sagt Bruno Carnot, der seit 19 Jahren OK-Chef ist. Diesmal steht ihm Pascal Bergamin als Co-Präsident zur Seite; er übernimmt ab kommendem Jahr die alleinige Verantwortung.

Der Rundkurs des Liestaler Stadtlaufs 2017 mit Start und Ziel auf dem Zeughausplatz. Von der Seestrasse gehts auf die Zusatzschlaufe im Oristal (roter Pfeil).

Der Rundkurs des Liestaler Stadtlaufs 2017 mit Start und Ziel auf dem Zeughausplatz. Von der Seestrasse gehts auf die Zusatzschlaufe im Oristal (roter Pfeil).

Treppe hoch durchs Elefantentor

Das Start-/Zielgelände ist heuer auf dem Zeughausplatz. Neu zur Strecke gehören die Büchelistrasse und der Wasserturmplatz, wo sich Läuferinnen und Läufer kreuzen. Auf der Seestrasse und im Fischmarkt wird im Vergleich zu bisher in umgekehrter Richtung gelaufen. Als Verbindung dienen die Treppe und das Elefantentor. «Dort sieht man, ob die Sportler nach der vierten Runde die Beine noch hochkriegen», meint Carnot trocken.

Die Neukonzeption dieses Parcours, mit 1,1 Kilometer gleich lang wie der bisherige, stellte die Organisatoren vor grosse Herausforderungen. Sie hätten die Mehrarbeit zuerst ein wenig unterschätzt, erzählt Bruno Carnot. Als Start- und Zielort war die Allee vorgesehen. Doch dort ist das Materialdepot eingerichtet für die Grossbaustelle im Stedtli. Obwohl von der Grösse her prädestiniert gewesen, musste wegen eingeschränkter Platzverhältnisse eine andere Lösung gefunden werden.

«Die Stadt Liestal hat das Ganze für uns aufgegleist – und wir haben einen guten Konsens gefunden», lobt Co-Präsident Carnot die zuständigen Stellen und fügt an, das OK habe nie mit der Autobus AG oder der Polizei zusammensitzen müssen. Er verhehlt aber auch nicht, «dass es mit allen Involvierten langwierige Diskussionen gegeben hat». Poststrasse, Wasserturmplatz und Büchelistrasse, wo werktags stets reger Abendverkehr herrscht, müssen gesperrt werden, ebenso einzelne Zufahrten.

Verkehrsregime wie an Fasnacht

Zu einem Chaos werde es jedoch nicht kommen, verspricht das OK. Es gilt dasselbe Verkehrsregime wie an der Fasnacht mit grossräumigen Umleitungen. Mit regelmässig rund 800 Teilnehmenden zählt der Stadtlauf zu den grössten Anlässen im Kantonhauptort.

Die geänderte, einmalige Streckenführung erfordert einen höheren Personalaufwand. Laut Pascal Bergamin werden mehr Helfende benötigt, um den Rundkurs abzusichern. «Es ist ein Stadtlauf mit vielen Ecken, Kurven und Richtungswechseln», schwärmt Bruno Carnot. Und Bergamin meint: «Für diejenigen, die schon lange dabei sind, ist das mal etwas Neues.» Die Zusatzschlaufen des Hauptlaufs führen nach wie vor ins Oristal. Sie wurden vor etwa 15 Jahren eingeführt.

Pascal Bergamin möchte als designierter OK-Chef das bestehende Konzept des Liestaler Stadtlaufs übernehmen. Über Neuerungen kann er noch nichts sagen. «Gut ist, dass ich jetzt ins OK rutsche. So sehe ich die ganzen Planungsabläufe und wie man es machen sollte, wenn es mal anders ist», sagt Bergamin. Er ist froh, dass Carnot vorläufig im Organisationsteam bleibt und die wichtigen Chargen mit routinierten Leuten besetzt sind.

Im Zentrum steht für die Co-Präsidenten nun, dass sie den 34. Liestaler Stadtlauf sicher über die Bühne bringen. Daran ist nicht zu zweifeln, denn der 41-jährige Bruno Carnot und Pascal Bergamin (25) sind von Beruf Polizisten.