Der Stepptanz-Lehrer aus Therwil wird mit 17 Tänzerinnen und Tänzern aus der Region in die Staaten fliegen und bei einer Charity-Show im Beverly Hilton Hotel in Los Angeles auftreten. In einem der legendärsten Hotels in jenem Land, in dem der Tanzstil vor Jahrzehnten erfunden wurde. Borer ist nah dran am Stepptanz-Olymp und dementsprechend schon sechs Wochen vor dem Auftritt nervös.

Der Traum geht in Erfüllung

Vor rund einem Jahr schlenderte der 55-jährige Therwiler über den Walk of Fame, stand vor dem Beverly Hilton Hotel und malte sich aus, wie es wohl wäre, hier zu steppen. «Dass dieser Wunschtraum jetzt in Erfüllung geht, ist unglaublich», sagt Borer. Über einen Freund lernte Borer Maria Amor kennen. Sie ist Event-Managerin und Mitorganisatorin der Wohltätigkeits-Show zum Unabhängigkeitstag im Beverly Hilton Hotel. «Sie hat sich bei mir gemeldet und gesagt, sie hätte da vielleicht was», erzählt Borer. Dass es mit einem Auftritt wirklich klappen würde, glaubte er aber erst, als er den Flyer für den Anlass zugeschickt bekam - darauf drei grosse Bilder seiner Tanz-Gruppe und der Slogan «Eine der grössten Stepptanz-Gruppen der Welt».

Borer gründete die «Crazy Feet Company» vor 28 Jahren. Er selber steppt allerdings schon viel länger. Als Teenager besuchte er eine Unterrichtsstunde beim Basler Roger Louis in dessen «Studio Golden Gate». «Es hat mich sofort gepackt», erinnert sich Borer. So sehr, dass er für weitere Kurse schon bald nach Amsterdam und Paris reiste, um dort «mit den besten Tanzlehrern der Welt» zu arbeiten. Einen Sommer verbrachte er sogar am Broadway in New York. Zurück in der Schweiz eröffnete er eine Tanzschule in einem Luftschutzkeller in Oberwil. Borer verteilte Flyer für die Schule und als die erste Anmeldung kam, freute er sich riesig. Die Grossmutter, bei der Borer aufgewachsen ist, finanzierte ihm die ersten Kostüme für die Show. Langsam, aber stetig wuchs die Schule, zog aus dem Luftschutzkeller in ein Studio um. Borer reduzierte sein Pensum als kaufmännischer Angestellter, dann machte er sich als Tanzlehrer selbstständig.

Tanz als Unterhaltungs-Show

In seiner Tanzschule vermittelt der mehrfache Stepptanz-Europameister nicht nur technisches Können. «Ich will eine Show zeigen, welche die Leute unterhaltet.» Die «Crazy Feet Company» steppt zu Michael Jacksons «Thriller», zu ABBAs «Money Money Money», zu «Saturday Night Fever» - für Stepptanz ungewöhnliche Songs. Aber: «Das sind Songs, welche die Leute kennen und begeistern», sagt Borer. Mit seiner Tanzgruppe steppte Borer schon in Djerba, Dubai und im deutschen Fernsehen. Die Show in Hollywood aber sei der Höhepunkt, so Borer. Und für die «Crazy Feet Company» auch eine Belohnung. Vom Steppen leben können sie nicht. Für die Auftritte nehmen sie jeweils extra Ferien. In Los Angeles sind denn auch Touristen-Ausflüge eingeplant. Unter anderem die Universal-Studios wollen sich die Tänzerinnen und Tänzer ansehen.

Auf der Bühne wollen sie zeigen, was sie so speziell macht. «Es wird eine Highlight-Show», sagt Borer. Der Tanzlehrer ist überzeugt, dass das amerikanische Publikum auf den «Glanz und Glimmer» der Show abfährt. Wenn es tatsächlich so ist, dann winkt möglicherweise bereits der nächste grosse Auftritt - in der Spieler- und Showstadt Las Vegas, wo Event-Managerin Maria Amor eine andere Show organisiert. «Das ist eine zusätzliche Motivation für uns», sagt Borer. Gerade für ihn, denn auch seine Tochter Aisha (12) ist begeisterte Stepptänzerin. Sie verpasst den Auftritt in Hollywood, wegen ihres Schulübertritts in die Sek. «Bei einer Show in Las Vegas dürfte sie aber sicher dabei sein», sagt Borer.