Noch bis 31. August haben die Baselbieter Parteistrategen Zeit, ihre Listenverbindungen für die Nationalratswahlen unter Dach und Fach zu bringen. Dabei dreht sich alles um die Frage, ob die bereits verbundenen CVP und BDP auf der einen Seite und die miteinander stark flirtenden Grünliberalen (GLP) und Grünen-Unabhängigen (GU) auf der anderen zum grossen Viererbündnis zusammenkommen. GU-Geschäftsleiterin Saskia Olsson betont: «Wir sind weiterhin offen für diese Lösung.»

Dem steht entgegen, dass Teile der CVP grosse Vorbehalte gegenüber Jürg Wiedemanns Splitterpartei hegen (bz vom 21. Juli). Nun wollte sich die GU durch einen Trick für die CVP-Skeptiker attraktiver machen – durch eine Unterlistenverbindung mit der GLP. Die Überlegung dahinter: Wenn die GU mit der GLP eine Unterlistenverbindung eingeht, tritt sie gegenüber der CVP in den Hintergrund. Damit wäre die Bahn frei für die bereits aufgegleiste Listenverbindung zwischen CVP/BDP und GLP. Für die Verteilung der Reststimmen, um die sich in diesem Wahlkampf alles dreht, spielt es keine Rolle, ob CVP, BDP, GLP und GU durch gleichwertige Listenverbindungen verbündet sind oder ob CVP, BDP und GLP ein Dreierbündnis mit der GU als Unterlisten-Anhängsel der GLP beschliessen. Für gewisse Kreise innerhalb der CVP würde es aber den entscheidenden Unterschied ausmachen, nicht direkt mit der GU verbunden zu sein.

Wahlliste zu früh angemeldet

Wie dem auch sei: Es ist beim Versuch geblieben. Von Gesetzes wegen seien Unterlistenverbindungen nur statthaft, wenn sie zwischen einer Mutterpartei und einer Untergruppierung derselben Partei abgeschlossen werden, erklärt Landschreiber Peter Vetter. Also wie zwischen der SP und den Jungsozialisten (Juso) oder den Grünen und ihrer neuen Altersliste Grüne Panther. Um das Wahlgesetz zu umschiffen, hätte sich die GU zumindest einen Listennamen mit dem Zusatz «grünliberal» geben müssen. Dumm nur, dass die Grünen-Unabhängigen ihre Nationalratsliste bereits unter dem Original-Parteinamen auf der Landeskanzlei angemeldet hatten, als die Idee mit der Unterlistenverbindung aufkam.

Alt Landrat Gerhard Schafroth, sitzt in der vierköpfigen Spezialkommission, die von der GLP-Parteibasis die Vollmacht erhalten hat, die Listenverbindungen für die Nationalratswahlen abzuschliessen. Wie GU-Geschäftsführerin Olsson bestätigt auch er den Sachverhalt mit der geplatzten Unterlistenverbindung zwischen GLP und GU. Schafroth nennt allerdings noch einen anderen Grund: Eine Unterlistenverbindung mit der Wiedemann-Partei hätte innerhalb der grünliberalen Basis zu so vielen Diskussionen geführt, dass man lieber davon absah. Da sich auch die GLP auf ihrer Wahlliste eine ergänzende Namensbezeichnung in Anlehnung an die Grünen-Unabhängigen hätte geben müssen, kann man sich die innerparteiliche Aufregung vorstellen, vor der die Kommission mit Schafroth, Parteipräsident Hector Herzig, Landrat Daniel Altermatt und Ständeratskandidat Hans Furer letztlich zurückgeschreckt ist.

So oder so: Dieser Versuch wird nicht viel mehr als eine Episode in einem Wahlkampf bleiben, der erst nächste Woche richtig losgeht. Ebenso wird frühestens nächste Woche bekannt, ob die vier Parteien auch ohne den Unterlisten-Trick zusammenfinden.