Der Verein war vor 25 Jahren mit grosser öffentlicher Unterstützung gegründet worden, um die berühmte Käfersammlung des bayrischen Lodenfabrikanten Konsul Dr. h.c. Georg Frey in Tutzing zu erwerben. Sie war Michel Brancucci, dem Leiter der Entomologischen Abteilung des Basler Naturhistorischen Museum und künftigen Vereinspräsidenten, von Georg Freys Witwe Barbara 1986/7 für 2,5 Millionen D-Mark zum Kauf angeboten worden. Zum Museum hatte der 1976 verstorbene Sammler zu Lebzeiten rege Beziehungen gepflegt.

Im Jahr 1988 grosses Fasnachtssujet

Das Vorhaben, vorgestellt mit farbigen Bildern der schönsten Käfer in der Presse, fand in der Bevölkerung grossen Widerhall. An der Fasnacht 1988 wählten sich 40 Vereine und Gruppen das Sujet Käfer. Doch aus dem Kauf wurde nichts. Die bis zu drei Millionen in 6700 Vitrinenschubladen untergebrachten Käfer wurden unvermittelt zu "deutschem Kulturgut" erklärt und damit ihre Ausfuhr ohne Bewilligung der deutschen Regierung verunmöglicht. Ein Glücksfall, wie sich zeigen sollte.

Die  Deutschen ausgetrickst

Mit solchen Hindernissen hatten Barbara Frey und der Verein nicht gerechnet. Kurzerhand lieh die resolute Dame dem Basler Verein die Käfer öffentlich für dreissig Jahre und schloss einen Erbvertrag ab, der erst bei ihrem Tod bekannt werden sollte und dem Basler Verein die Sammlung vermacht. (lsi)