Beim fünften Waldspaziergang für die Medien erläuterten die Verantwortlichen des Waldwirtschaftsverbands beider Basel (WbB) anhand eines Katalogs, welche Leistungen die Waldeigentümer konkret für die Allgemeinheit erbringen: So schützt der Wald vor Steinschlag und Erosion. Er bietet Lebensraum für Fauna und Flora, sichert Biodiversität und ist Erholungs- und Freizeitpark für die Bevölkerung. Zudem bindet er CO2 und produziert Sauerstoff. Er reinigt nicht nur die Luft, sondern auch das versickernde Wasser.

Einen guten Teil dieser Leistungen erbringt der Wald nicht automatisch, sondern indem er bewirtschaftet wird. Dies zeigte Daniel Wenk, Förster und Vorstandsmitglied des WbB, anschaulich bei der Begehung eines relativ frischen Holzschlages auf. «Wenn wir hier Holz schlagen und anschliessend neue, klimaresistente Baumsorten pflanzen, wird diese Leistung als sogenannter Folgenutzen erst in dreissig oder vierzig Jahren für die Öffentlichkeit sicht- und wahrnehmbar. Dies ist aber wichtig. Denn wie wir sehen, ist der heute im Hinblick auf Artenvielfalt und Begehbarkeit gute Waldzustand ein Resultat der Investitionsleistungen der vergangenen Jahrzehnte.

Bereits vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses beschäftigte sich der WbB mit diesen Fragen, berichtete dessen Geschäftsführer Raphael Häner, Geschäftsführer am traditionellen Waldspaziergang für die Medien in einem Waldgebiet in der Nähe von Hölstein. Die seit Jahren zerfallenden Preise für Stammholz ermöglichen es nämlich immer weniger, dass die Waldbesitzer diese Leistungen für die Allgemeinheit nebenher erbringen.

Eine Arbeitsgruppe des WbB hat nun einen entsprechenden Katalog ausgearbeitet, der im Detail die Leistungen aufzeigt. Das Ziel: «Wer Erwartungen an den Wald hat, soll die entsprechenden Leistungen bestellen und auch bezahlen», erklärte Häner gegenüber den Medien. «Wir dürfen unsere vielfältigen Leistungen nicht einfach mehr verschenken, sondern gewisse müssen abgegolten werden.» Deshalb diene der Katalog als Grundlage, um diese Fragen konstruktiv zwischen Waldeigentümern und Einwohnergemeinden diskutieren zu können. (dh)