Am 3.März 2013 stimmt die Therwiler Bevölkerung über den Bau des Wilmatt-Primarschulhauses ab. Doch egal, ob dem 28-Millionen-Bau zugestimmt wird oder nicht: Das Referendum und auch die Stimmrechtsbeschwerde der Wilmatt-Gegner führen zu Verzögerungen in der Schulplanung – mit finanziellen Folgen: Von «Kosten in beträchtlicher Höhe» schreibt der Therwiler Schulrat.

Dabei hatte die Gemeinde «einen ambitiösen, aber realisierbaren Zeitplan» aufgestellt, erklärt Schulratpräsidentin Barbara Peterli Wolf. Ende 2014 hätte das neue Schulhaus fertig sein sollen. Dort wären dann die Schüler eingezogen, die bisher im Mühlebodenschulhaus untergebracht waren. Letzteres hätte man totalsanieren können, bis zum August 2015. Dann tritt Harmos in Kraft, und in beiden Schulhäusern wäre genug Platz gewesen für die vorgeschriebene sechste Primarschulstufe.

Schüler in Provisorien

Stattdessen werden Schüler in Provisorien unterrichtet werden müssen. Gemeinderat und Schulrat sind derzeit auf der Suche nach Standorten. Voraussichtlich werden Container aufgestellt. «Das wird zu Unannehmlichkeiten im Unterricht führen», befürchtet Peterli.

Die Kosten für die Provisorien kann Gemeindepräsident Reto Wolf (FDP) noch nicht abschätzen. Sie hängen unter anderem davon ab, wie lange die Provisorien nötig sind. «Es ist genau das Mühsame an dieser Sache: dass wir nicht genau wissen, welche Verzögerungen anstehen», sagt er.

Entscheidend sei, ob die IG Wilmatt das Projekt bei einem Ja am 3.März weiter bekämpfen wird. Dazu gibt es noch mehrfach Gelegenheit. Denn noch muss die Gemeindeversammlung einer Umzonung zustimmen und den definitiven Baukredit absegnen. Diese Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum, die Umzonung muss vom Regierungsrat abgesegnet werden, wogegen man Einspruch erheben kann. Die IG könnte schliesslich gegen das Baugesuch opponieren. Und Wolf schliesst nicht aus, dass die Kosten für die Verzögerungen so ansteigen, dass sie in einer separaten Vorlage von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden müssen.

Der Gemeindepräsident meint, ihm gegenüber habe die IG erklärt, sie werde jedes Rechtsmittel ergreifen, um das Projekt zu verzögern. Das relativiert IG-Mitglied Caroline Hufschmid. «Wir warten erst mal die Abstimmung ab», sagt sie. Dabei macht sie sich kaum Hoffnungen auf ein Nein. Sie lässt offen, ob danach die Wilmatt-Gegner an den Gemeindeversammlungen weiterhin Widerstand leisten wollen. «Wenn wir böse sein wollen, ergreifen wir gegen die Umzonung das Referendum.»

Gegner hoffen auf Kompromiss

Die Verzögerungen und die Kosten, welche die IG verursacht hat und noch weiter verursachen könnte, bedauert sie. Sie spielt den Ball aber zurück an den Gemeinderat: «Hätte er das Schulhaus wie versprochen nur auf dem hinteren Teil des Geländes geplant, wäre er jetzt schon am Bauen.» Bei einem Nein in der Referendums-Abstimmung solle der Gemeinderat das Projekt nochmals neu starten, meint Hufschmid, die auch klarstellt: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen das Schulhaus Wilmatt.» Sie hofft, der Gemeinderat komme der IG mit einem Kompromiss entgegen.

Für Gemeindepräsident Wolf hingegen steht fest, dass bei einer Neuplanung die Ausgangsbedingungen die gleichen wären wie beim aktuellen Projekt. Einen «Plan B» habe die Gemeinde nicht, versichert er. «Ich wage gar nicht zu überlegen, wohin uns eine Ablehnung führen würde.»