Die Einführung von Tempo 30 in den Quartieren beidseits der Therwilerstrasse werde weiteren Schleichverkehr verhindern, so die Prognose des Gemeinderats.

Unmut hat sich nicht gelegt

Inzwischen sind die an die Therwilerstrasse angrenzenden Wohngebiete temporeduziert. Doch damit hat sich der Unmut im Quartier nicht gelegt, ganz im Gegenteil. Manche Anwohner bemängeln, der Verkehr in den Quartierstrassen habe zugenommen. Dies gelte vor allem auf dem Rebberg. «Eine Ausdehnung des Zubringerdienstbereichs sowohl in Längsrichtung als auch auf die abgehenden Seitenstrassen und den Rebberg würde Abhilfe schaffen», meint zum Beispiel ein Quartierbewohner in einem Leserbrief im Reinacher Wochenblatt.

Andere Bürger finden, der Zubringerdienst auf der Therwilerstrasse werde von der Polizei nicht konsequent genug durchgesetzt. Dabei führte die Reinacher Polizei erst gerade in der vergangenen Zeit Schwerpunktwochen durch, um den Zubringerdienst durchzusetzen. Das wiederum halten einige für Verschwendung von Steuergeldern.

«Regelung nicht durchsetzbar»

«Die Leute foutieren sich um den Zubringerdienst», sagt Gemeinderat Paul Wenger (SVP), der selber an der Therwilerstrasse wohnt. «In der Praxis ist die Regelung nicht durchsetzbar.» Er äussert sich als Privatperson, ist aber überzeugt, dass der Gemeinderat bald handeln wird. Denn die Verwaltung ist zurzeit daran, im Rahmen der Erfolgsanalyse von Tempo 30 die Verkehrssituation rund um die Therwilerstrasse zu untersuchen. Die Ergebnisse dürften im Dezember dem Einwohnerrat präsentiert werden.

Für Peter Leuthardt, Leiter der technischen Verwaltung, ist es durchaus möglich, dass der Gemeinderat danach eine Änderung des Verkehrsregimes vorschlägt. «Der Gemeinderat hat immer gesagt, dass er aufgrund der Tempo-30-Analyse die Lage nochmals überdenkt», sagt er.

Denkbar seien zwei Szenarien: Entweder man reduziert auch auf der Therwilerstrasse das Tempo auf 30 Stundenkilometer. Diese Lösung hatte der Gemeinderat ursprünglich vorgezogen, doch der Kanton hatte sich quer gestellt. Oder man dehnt die Zubringerdienstzone auf die Strassen beidseits der Therwilerstrasse aus, also auch auf den Rebberg. Bei dieser Massnahme stelle sich aber wieder die Frage der Durchsetzbarkeit, sagt Leuthart. Eine Linderung des Problems bestünde darin, den Verkehr auf dem Rebberg nur während der Morgen- und Abendspitzen auf Zubringerdienst zu beschränken.

Kein haltbarer Zustand

Für Wenger ist klar, dass der Gemeinderat eine Lösung finden wird. Dauernd Grosseinsätze der Polizei und trotzdem unzufriedene Bürger, das sei kein haltbarer Zustand. «Und die Kritik aus der Bevölkerung geht nicht spurlos am Gemeinderat vorbei», meint er. Den Vorwurf, als betroffener Anwohner persönliche Interessen zu vertreten, lässt er übrigens nicht gelten. «Ich wohne zwar an der Therwilerstrasse, bin aber sowieso nie zu Hause.»