Ein heisser Sommer kann Mensch und Tier gehörig zusetzen. Und nicht nur ihnen. Der Allschwiler Blumenbauer Jürg Vogt muss in diesen Sommerferien seine Schützlinge genau im Auge Behalten. Andernfalls sind sie schnell verdorrt. Viel Pflege, obwohl die Nachfrage nach seinen Schnittblumen deutlich geringer ausfällt als ausserhalb der Ferienzeit. Die Kundschaft ist ja ausser Haus. «Wir müssen gezielt und kleinräumig bewässern», erklärt Vogt, «auch wenn das natürlich extra Geld kostet. Zu diesem Zweck wird schon im April ein Tropfschlauch in die Blumenbeete gelegt. Ein Schlauch, der nur so viel Wasser abgibt wie nötig. Gladiolen, Dahlien, Stroh- und Sonnenblumen, Lilien, Malven, Zinien, auch Kornblumen. Jürg Vogt liebt sie. Seit 15 Jahren. «Morgens sind sie so frisch und leuchten einen an», sagt er, «eine Pracht für Auge und Gemüt.» Vor allem ab Juni, wenn die Felder an Fülle zulegen.

Wie viele Blumenbauern hat er sein Feld in Allschwil am Rande der Agglomeration. So wie es vor 40 Jahren schon Pionier Samuel Brunner aus Therwil vorgemacht habe. Der Absatz werde nach den Sommerferien bestimmt wieder steigen. «Dann sind die Leute zurück aus den Ferien, dann wird die 1.-August-Feier begangen», sagt Jürg Vogt, «es steigen mehrere grosse Feste, an denen Blumendekorationen gefragt sind.»

Wichtige Einnahmequelle

Der Blumenverkauf sei zu einem «wichtigen Standbein» seiner bäuerlichen Produktion geworden. Deshalb wird auch kalkuliert. Vogt macht seine Rechnung genauso mit dem Einbruch im Sommer wie mit der optimalen Blütezeit seiner Blumen. Viele Samen und Zwiebeln werden zu einem Zeitpunkt in die Erde gelegt, der die Blütezeit nach den Ferien garantiert.

Vor zwei Wochen noch hat er Lilien und Gladiolen gesetzt. «Auf diese Weise haben wir bis in den Oktober hinein Blumen.» Vogt mag sich nicht beklagen. Ist es heiss, bedeutet Pflege zumeist, die Bewässerung genau im Auge zu behalten. Ist es feucht, beginnt der Kampf gegen das Unkraut. «Manchmal», sagt Vogt, «da holst du das Unkraut raus, drehst dich um und schon wächst es hinter deinem Rücken wieder nach.» Bisher ist er mit der Ernte 2015 zufrieden. «In diesem Jahr blühen sie wirklich schön.»

Eine gute Zahlungsmoral attestiert Jürg Vogt seiner Kundschaft. Sauber würden sie die Blumen schneiden und ebenso sauber abrechnen. Anständig werde der fällige Betrag in die Kasse gelegt. Von Leuten die keinen eigenen Garten hätten oder von solchen, die die schönen Blumen im eigenen Garten nicht schneiden wollten. Eine ganz eigene Atmosphäre könne sich einstellen. «Wenn abends während des Sonnenuntergangs geschnitten wird, wirkt das in dieser speziellen Ruhe beinahe so, als würden sie alle meditieren.»