Herr Stampfli, der Kanton Baselland muss sparen. Betrifft dies auch die Feuerwehr?

Werner Stampfli: Der haushälterische Umgang mit den finanziellen Mitteln bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (die BGV ist im Kanton Baselland für das Feuerwehrwesen zuständig, Anm. d. Red.) betrifft selbstverständlich auch uns. Deshalb sucht das Feuerwehr-Inspektorat immer – ohne dabei an Schlagkraft einzubüssen – nach Einsparmöglichkeiten. Das aktuelle Beispiel dafür ist der Einkauf der Feuerwehrkleider sowie gemeinsame Einkäufe von Fahrzeugen, wobei auch eine gewisse Standardisierung dazu beiträgt, sich auf das Notwendige und nicht auf das Wünschbare auszurichten.

Wie sieht es mit dem neuen einheitlichen Logo aus, dass der Regierungsrat für die Verwaltung und weitere kantonale Anstalten einführen vorsieht? Müssten auch die Feuerwehr-Kleidung und -Fahrzeuge neu beschriftet werden?

Nein. Die Feuerwehren behalten grundsätzlich ihr Gemeinde- bzw. ihr Firmenlogo. Die Kleidung ist einheitlich mit FEUERWEHR beschriftet. Die Stützpunktfeuerwehren beziehungsweise die kantonalen Fahrzeuge, die durch diese Gemeinden betrieben werden und sich weitgehend im Eigentum der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung befinden, tragen schlicht das Kantonswappen. Das wird so bleiben.

Die Gebäudeversicherung ist seit 2014 auch für die Schutzausrüstung zuständig, muss also die Kleidung und Helme der Feuerwehr-Leute beschaffen. Die BGV hängte sich an eine Bestellung des Kantons Zürich an und holte so einen Rabatt heraus. Die neuen Uniformen sollen schrittweise bis 2019 da sein – wie weit ist man in dieser Sache schon?

Das Logistikkonzept befindet sich in Umsetzung. Die zentrale Beschaffung und die Abwicklung über das Logistikzentrum in Reinach hat sich bestens bewährt. Aus ökonomischen und ökologischen Gründen war ein sofortiger Komplettersatz der bestehenden Ausrüstungen nicht sinnvoll. Darum wird das ganze Projekt in Etappen bis ins Jahr 2019 umgesetzt. Rund ein Viertel ist bereits komplett umgerüstet.

Wir haben uns den Personal-Sollbestand der Feuerwehren im Baselbiet angeschaut. Demnach werden für das Jahr 2014 exakt 2475 Angehörige der Feuerwehr aufgeführt, so wenige wie noch nie im Zehn-Jahre-Vergleich. Hat die Feuerwehr weiterhin ein Nachwuchs-Problem?

Grundsätzlich hat die Feuerwehr momentan noch kein Nachwuchsproblem. Mit dem neuen Feuerwehrgesetz haben wir für die Zukunft mehrere Schwerpunkte gesetzt, um möglichen Rekrutierungsproblemen vorzubeugen. Das eine ist die Stärkung der Jugendfeuerwehren und die andere Massnahme betrifft die Möglichkeit, am Arbeitsort die Feuerwehrdienstpflicht zu erfüllen. Das ist deshalb wichtig, weil es besonders während des Tages teilweise schwierig ist, die nötige Anzahl Feuerwehrleute aufzubieten.

Warum nimmt der Bestand an Feuerwehrleuten ab?

Die Reduktion des Gesamtbestandes an Feuerwehrleuten hat sich vorab durch Verbunds-Bildungen und -Zusammenschlüsse – auch bei Betriebsfeuerwehren – ergeben. Der Kanton Basel-Landschaft befindet sich mit seinem Bestand jedoch im Verhältnis zur Bevölkerung im schweizerischen Mittelfeld.

Dieses Wochenende steht an etlichen Orten wieder die traditionelle Feuerwehr-Hauptübung an. Werden Sie welche besuchen?

Ich habe dieses Jahr schon einige Hauptübungen besucht, unter anderen auch diejenige meiner ehemaligen Feuerwehr, der Verbundsfeuerwehr Farnsburg, zu dieser gehören die Gemeinden Ormalingen, Hemmiken, Rothenfluh, Anwil. Dies auch deshalb weil dort ein Kommandowechsel ansteht. Leider ist es mir aber natürlich nicht möglich, alle zu besuchen.

Nächste grössere Feuerwehr-Hauptübungen im Kanton:

Samstag, 31. Oktober: Binningen, Dornach, Hülften; Werkfeuerwehr Infrapark Baselland, Muttenz

Samstag 7. November: Sissach, Birsfelden, Oberwil

Samstag, 14. November: Bottmingen.