Recherchen zeigen: Die Partei musste nun schon die zweite Kandidatur zurückziehen, weil die anderen Fraktionen Vorbehalte äusserten. Dies bestätigt Parteipräsidentin Florence Brenzikofer gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Zuletzt traf es die Sissacherin Karin Monetti (49), die Anfang Dezember nominiert wurde und Ende Januar vom Landrat hätte gewählt werden sollen. Monetti entsprach den Anforderungen der Landräte nicht. Das Ratsbüro hat das Traktandum bereits abgesetzt. Die Grünen suchen nun nach einem neuen Kandidaten.

Monetti, gelernte Hotelfachassistentin, Sozialversicherungsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis und Verwaltungsfachfrau, arbeitet bei der Beratungsgesellschaft Berag. Die Friedensrichterin ist nicht Mitglied der Grünen. Sie ging auf die Partei zu, nachdem sie gehört hatte, dass ein Strafrichteramt zu besetzen ist. An den Hearings, welche die Sozialdemokraten und die Mitte-Parteien durchführten, hinterliess sie einen schwachen Eindruck, wie verschiedene Quellen sagen. SP-Fraktionschefin Kathrin Schweizer bestätigt, dass ihre Fraktion Vorbehalte geäussert habe. Ebenso CVP/EVP-Fraktionschef Felix Keller. Zu den Gründen wollen sich beide nicht äussern. Marc Bürgi, Präsident der BDP/GLP-Fraktion, sagt, es habe vor allem Bedenken gegeben, ob Monetti die nötige Härte als Strafrichterin mitbringe. In diesem Amt sei es wichtig, auch mit unbequemen Delinquenten umgehen zu können.

FDP-Fraktionschef Rolf Richterich unterstützt den Rückzug von Monetti. Zwar hat die FDP kein Hearing durchgeführt, der Entscheid sei in seiner Fraktion aber auf Zustimmung gestossen. Die Freisinnigen waren es auch, die bereits gegenüber dem ersten Kandidaten der Grünen Kritik äusserten. Die Wahl hätte eigentlich bereits im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen der Gerichte Ende November vorgenommen werden sollen. Der ursprüngliche Kandidat der Grünen, Noah Birkhäuser, war den anderen Fraktionen aber nicht genehm, da er beruflich beim Rechtsdienst des Baselbieter Regierungsrats tätig ist.

Florence Brenzikofer hofft nun, dass ein dritter grüner Strafrichter-Kandidat die Wahl im Februar schafft. Zuerst muss die Grünen-Präsidentin allerdings einen fähigen Interessenten finden.