Alters- und Pflegeheime können für die Pflege der Bewohner rund 64 Prozent der Arbeitszeit der Pflegefachpersonen verrechnen. Bisher ging man nur von 45 Prozent aus. Die Normkosten für Pflegeleistungen erhöhen sich dadurch von 38,41 Franken auf 52,74 Franken pro Stunde. «Die Gemeinden zahlen insgesamt rund 20 Millionen Franken mehr», bestätigt Urs Knecht der bz. Erwartet werden rund 22 Millionen Franken pro Jahr.

Der Anteil der Betreuung wird demgegenüber von rund 55 Prozent auf 36 Prozent heruntergestuft. Von diesem Richtwert profitieren die zahlenden Bewohner oder Ergänzungsleistungserbringer. Zu 68 Prozent beteiligt sich der Kanton und zu 32 Prozent die Gemeinden an den Ergänzungsleistungen.

Pflegepersonal braucht mehr Zeit als angenommen

Grund für die Anpassungen sind Ergebnisse aus Studien, die in zehn unterschiedlichen Baselbieter Heimen durchgeführt wurden. Gemäss diesen Erkenntnissen braucht das Pflegepersonal mehr Zeit als angenommen für Pflegeaufgaben und weniger für die Betreuung (die bz berichtete).

Die vom Verband Basellandschaftlicher Gemeinden und zahlreichen Gemeinden geforderte Anrechnung der Entlastung der Ergänzungsleistungen (EL), wird in der Konsultativkommission «Aufgabenteilung und Finanzausgleich» geprüft.

Für ambulante Pflegeleistungen (Spitex) hat der Regierungsrat die bereits für das Jahr 2011 geltende Übergangsregelung bis auf Ende 2012 verlängert. Die Leistungserbringer rechnen mit den Krankenversicherern mit den bisher vereinbarten Tarifen ab. Auf eine Kostenbeteiligung der Patientinnen und Patienten wird verzichtet. Gemeinden beteiligen sich im neuen Jahr im gleichen finanziellen Rahmen an der Spitex. Die neue Pflegefinanzierung im ambulanten Bereich will man auf den 1. Januar 2013 vollumfänglich umsetzen. (mb)