Mit Caspar Baader tritt der einflussreichste Baselbieter Politiker in Bundesbern der letzten 15 Jahre ab. Als langjähriger SVP-Fraktionschef hat der Gelterkinder die Zeit des Aufstiegs der Partei, die in der Wahl Blochers in den Bundesrat gipfelte, und jene der Abspaltung der BDP geprägt. Baader hat im Bundeshaus gradlinig und konsequent politisiert. Und er hat das Parteibüchlein stets über regionale Interessen gestellt. Damit stiess er in der Region viele vor den Kopf.

Beispiel 1: Als SP-Ständerat Claude Janiak 2009 Infrastrukturgelder für die Schifffahrt und damit gleich lange Spiesse wie für Strasse und Bahn forderte, hatte er das Stöckli einstimmig hinter sich; im Nationalrat wurde das Geschäft versenkt – auch, weil Baader seine Fraktion auf ein Nein eingeschworen hatte. Beispiel 2: 2011 beantragte der Basler FDP-Nationalrat Peter Malama, dass der Auszahlungsmodus für die Universitäten beizubehalten sei: Dies hätte der Uni Basel 2012 75 Millionen Franken Subventionen gesichert. Der Antrag wurde mit 77 zu 74 Stimmen abgelehnt – Baader hatte als einziger Vertreter beider Basel Nein gestimmt, Christian Miesch (SVP, BL) und Hans Rudolf Gysin (FDP, BL) fehlten.

Dass Baader bei Nationalratswahlen vier Mal mit respektablem Resultat bestätigt wurde, unterstreicht seine starke Verankerung in der Partei. Als es 2011 darum ging, im bürgerlichen Baselbiet dem linken Ständeherr Claude Janiak den Sitz abzuluchsen, scheiterte er indes kläglich. Selbst in seiner Wohngemeinde Gelterkinden kam Baader nicht an Janiak heran. Die Baselbieter wurden mit ihrem einflussreichsten Politiker in Bundesbern nie warm. Sein Rücktritt wird die nationale SVP schmerzen, fürs Baselbiet hält sich der Verlust in Grenzen.