Wer die Grundbucheintragungen im aktuellen Amtsblatt des Kantons Basel-Landschaft studiert, dem fällt auf: Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) verkauft eine ganze Reihe von Liegenschaften in einigen Gemeinden. Unter anderem veräussert sie zwei Liegenschaften an zentralster Lage in Liestal. Die Bahnhofstrasse 5, wo derzeit die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion ihren Hauptsitz hat, geht an den Kanton, ebenso die Oristalstrasse 7. Dort werden derzeit zwei Ateliers, eine Wohnung und Parkplätze vermietet.

In anderes Vermögen transferiert

Weil die Baselbieter Kantonalbank bereits Ende September den Verkauf des UNO-Gebäudes beim Liestaler Bahnhofplatz bekannt gab, könnte man den Eindruck kriegen, die Bank habe neuerdings die Strategie, Liestal fallen zu lassen. Glaubt das Finanzinstitut nicht mehr an die Zukunft des Kantonshauptortes? BLKB-Mediensprecher Christoph Loeb winkt ab. «Rechtlich gehörten bisher die beiden an den Kanton verkauften Liegenschaften noch nicht dem Kanton, de facto aber schon», erklärt er.

Die Bank habe die Objekte «irgendwann» gekauft, weil der Kanton in seinem Budget keinen Platz dafür gehabt habe. «Sie waren in kantonalem Besitz, aber bei uns in Kredit.» Doch jetzt transferiert der Kanton die beiden Liegenschaften vom Treuhand- ins Finanzvermögen. Denn inzwischen hat sich laut Loeb gezeigt: Die bisherige Situation war nicht kompatibel mit der neuen Rechnungsführung des Kantons. «Wir lösen jetzt ein historisches Relikt auf.»

Der Verkauf des UNO-Geschäftsgebäudes an die Warteck Invest hat einen anderen Hintergrund. Die Bank hatte das Gebäude selber erstellt. Vor zehn Jahren hatte sie noch vor, die Räumlichkeiten selber zu nutzen. Das hat sich inzwischen geändert. «Wir bauten die Liegenschaft nur, weil wir ein entsprechendes Commitment gegenüber der Stadt abgegeben hatten», erklärt Loeb.

Aber bei der BLKB gilt der Grundsatz, dass man nur Liegenschaften behält, die man selber nutzt. Deshalb jetzt der Verkauf. Das habe nichts mit eine Strategiewechsel seitens der Kantonalbank zu tun, betont Loeb.

An der Bahnhofstrasse 5 ist derzeit der Hauptsitz der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion. Der juristische Besitzerwechsel ändert daran nichts, solange die Pläne eines Verwaltungsbaus am Bahnhof nicht ausgereift sind.

Und auch an der Oristalstrasse 7, einem auf den ersten Blick sanierungsbedürftigen Bau, sei keine Nutzungsänderung geplant, sagt Dieter Leutwyler, Sprecher der Bau- und Umweltdirektion.

Fehler im Amtsblatt

Hingegen ist damit zu rechnen, dass das Amtsblatt in absehbarer Zukunft weitere Besitzerwechsel von der Kantonalbank hin zum Kanton vermerkt. Denn im Rahmen des Programms «Restatement» analysiert die Finanz- und Kirchendirektion derzeit, in welche Art von Vermögen eine Reihe von Objekten eingestuft werden sollen.

Allerdings sollten aufmerksame Amtsblatt-Leser vorsichtig sein. In der aktuelle Ausgabe ist zu lesen, die BLKB verkaufe das ehemaligen Manor-Gebäudes an der Rathausstrasse - laut Loeb ist das ein Fehler. «Die Liegenschaft hat uns nie gehört», erklärt er. «Ich weiss auch nicht, wie das ins Amtsblatt kam.»