Die 2015 in die Baselbieter Exekutive gewählte Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) hatte das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie der damalige Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann (LDP).

Sie, eine Verfechterin der Berufslehre und nicht-akademischer Bildungsgänge, soll den intellektuellen Eymann in den Verhandlungen über den Leistungsauftrag für die gemeinsame Universität dem Vernehmen nach zur Weissglut getrieben haben.

Der 80-Millionen-Deal vom Herbst 2015 war von Beginn weg als Übergangslösung gedacht. Die Finanzspritze der Stadt sollte die damals klammen Baselbieter bis 2019 bei Laune halten und deren Beiträge an die gemeinsame Uni und die Kultur absichern.

Erst im Oktober letzten Jahres konnte mit der Konzession der Basler, auf dem Münchensteiner Dreispitz einen Uni-Standort zu bauen, die langfristige bikantonale Trägerschaft gesichert werden. Ebenfalls einen Durchbruch feierten die beiden Regierungen in der Kultur, nachdem Baselland vor eineinhalb Jahren seinen Beitrag an städtische Zentrumsleistungen noch um die Hälfte kürzen wollte.

Kurz vor Weihnachten rang sich Gschwind zu einer generöseren Lösung durch: Ab 2022 bezahlt der Landkanton 9,6 Millionen Franken pro Jahr an die Basler Kultur. Damit bleibt der Beitrag in etwa gleich hoch wie heute.

7 gemeinsame Projekte

Etwas verspätet setzt die Baselbieter Regierung den Verfassungsauftrag der Regio-Kooperationsinitiative um, welche die Baselbieter Bevölkerung 2015 deutlich angenommen hat.

Diese war als Alternative zur Fusionsinitiative lanciert worden und sah vor, dass Baselland mit den umliegenden Kantonen zusammenarbeiten muss. Ob der Auftrag umgesetzt worden sei, wollte die «Schweiz am Wochenende» vom Initianten wissen, doch der frühere Wirtschaftskammer-Chef und ehemalige FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Basler Regierungsrat Conradin Cramer (LDP) sagt auf Anfrage, dass nach dem Fusions-Nein («ganz klar ein Dämpfer») die Zusammenarbeit mit dem Land wieder besser geworden sei. Dass daran die Regio-Kooperationsinitiative schuld sei, glaubt er nicht. Andere Faktoren wie die verbesserte Finanzlage des Landkantons seien ausschlaggebend gewesen.

Polizei arbeitet eng zusammen

Aufseiten der Baselbieter Regierung lässt man keine Zweifel offen, dass die Zusammenarbeit mit dem Stadtkanton in den vergangenen Jahren intensiviert worden ist. Auf Anfrage schickt Regierungssprecher Nic Kaufmann eine Liste von 37 Bereichen.

Neben grossen Projekten wie der gemeinsamen Gesundheitsregion oder Lobbyarbeit für das Herzstück, der Erneuerung des Kulturvertrags und einem neuen Uni-Standort im Baselbiet machten die Kantone auch auf weniger schlagzeilenträchtiger Ebene gemeinsame Sache. So wurde etwa eine gemeinsame Fachstelle im Behindertenbereich geschaffen und 2017 ein Leitbild zum Wild beider Basel entworfen. 2020 steht das Leitbild zur Landwirtschaft beider Basel an.

Am längsten ist die Liste gemeinsamer Projekte bei den Sicherheitsdirektoren Baschi Dürr (FDP, BS) und Isaac Reber (Grüne, BL). 2018 trat eine neue Polizeivereinbarung in Kraft, in der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gestärkt wurde, ebenfalls existiert seit vergangenem Jahr eine Vereinbarung, wonach Garagisten bei der Baselbieter Motorfahrzeugkontrolle baselstädtische Kontrollschilder beziehen können. Dazu wurde vor etwas über einem Jahr die gemeinsame Gefängnisstrategie umgesetzt.

Auch im Bildungsbereich gab es Annäherungen. Nicht nur auf Hochschulebene wurden Kompromisse geschmiedet. So haben Baselland und Basel-Stadt beispielsweise die Schulsysteme harmonisiert.

In den Gymnasien gibt es beidseits der Kantonsgrenzen nahezu gleiche Stundentafeln, ein regelmässiger Austausch zwischen den Schulleitungskonferenzen findet ebenfalls statt. Zusammenfassend sagt Regierungssprecher Kaufmann: «Für die Regierung war die Fusionsabstimmung kein Dämpfer, sondern Ausdruck des Baselbieter Selbstverständnisses.»