Altlastenuntersuchungen auf dem Areal des Auhafens in Muttenz gehen in eine zweite Runde. Diese haben vor allem das Grundwasser im Visier. Die erste Etappe seit 2017 hat neben bekannten Belastungen wenige neue aufgezeigt. Allfälliger Sanierungsbedarf ist weiterhin unklar.

Das Hafenareal grenzt direkt an die Grundwasserschutzzone Hardwald, wo Trinkwasser für Zehntausende gewonnen wird. Der Auhafen ist fast komplett im kantonalen Kataster der belasteten Standorte eingetragen.

Nach früheren historischen Abklärungen und Proben an vorhandenen Grundwassermessstellen hat das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) in der ersten Etappe diverse Feststoff-, Porenluft- (im Boden) und Grundwasseranalysen durchgeführt sowie über 50 Bohrungen platziert und zu Messstellen ausgebaut.

Der Verdacht ist begründet: Im Auhafen werden flüssige Brennstoffe, Düngemittel, mineralische Rohstoffe und Zucker umgeschlagen und gelagert. Nicht überraschend waren zuvor schon Kohlenwasserstoffe, Methyl-tert-butylether und Benzol nachgewiesen worden, die auf den Tankanlagen-Betrieb auf dem Hafenareal zurückgeführt werden.

Neue Schadstofffunde

Neu wurden "punktuelle Belastungen mit chlorierten Lösungsmitteln und Ammonium gefunden", wie das AUE am Freitag mitteilte. Letzteres dürfte von Düngemitteln herrühren, ist aber beim Bund nicht mehr als Grundwassergefahr gelistet. Der Fundort in Rheinnähe habe etwas überrascht, hiess es beim AUE.

Die zweite Etappe der technischen Untersuchungen des Auhafen-Bodens soll das Grundwasser-Messnetz für zusätzliche Analysen erweitern. Vorgesehen ist zudem eine Grundwasser-Modellierung zum besseren Verständnis der Fliessrichtungen. Teilweise liegt dort im Rheinschotter in rund drei Metern Tiefe eine Lehmschicht, die das Grundwasser staut.

Die zweite Etappe soll am Ende belastete Standorte abgrenzen, die noch genauer analysiert respektive gegebenenfalls saniert werden müssen. Zudem soll auch geklärt werden, ob von den belasteten Standorten Schadstoffe in Richtung Rhein fliessen können. Bis Mitte 2020 sollen die nötigen Beurteilungen auf dem Tisch liegen.

Komplexe Verhältnisse

Am Freitag wurden die Baurechtnehmer im Hafen über den Stand und die weiteren Pläne informiert. Insgesamt sind 51 Altlasten-Standorte im Auhafen notiert; diese aus einer Hand zu untersuchen ist laut AUE effizienter als einzeln. In der Schweiz gebe es nur wenige so grosse und komplexe "Cluster-Standorte"; Erfahrungen betreffend dem Vorgehen gebe es kaum.

Bisher wurde inklusive historischen Studien und erster Etappe rund 650'000 Franken ausgegeben. Für die zweite Etappe sind nun weitere 400'000 Franken vorgesehen. Das ist laut AUE angesichts der 51 belasteten Standorte vergleichsweise günstig. Noch immer handelt es sich dabei um Voruntersuchungen, die der Kanton bezahlt.

Saniert werden muss dort, wo Schadstoffe ins Grundwasser oder in den Rhein gelangen. Sanierungen gehen zulasten der Verursacher - doch wenn diese nicht mehr eruierbar sind, bleiben Kosten am Kanton hängen. Wegen der langen Hafengeschichte sind die Verhältnisse kompliziert.

Als grösster Umschlagplatz der Schweiz dient der Auhafen dem Bund gleichzeitig als Notlager etwa für Millionen Tonnen an Brenn- und Treibstoffen. Über Tanklager verfügt der Hafen seit 1945.