In Itingen und Füllinsdorf stieg gestern Rauch auf: Nach zwei Betriebsversammlungen bis in den späten Nachmittag entschloss sich die Belegschaft von Harlan Laboratories zum Warnstreik. Weil die Unternehmensleitung lediglich bis zum Donnerstag kommende Woche Aufschub für das laufende Konsultationsverfahren anbot, werden die Angestellten des Unternehmens für Tierversuche am kommenden Montag die Arbeit niederlegen und dafür beim Regierungsrat vorsprechen.

Nach gestriger Mitteilung der Gewerkschaft Unia reagierten die 228 Harlan-Angestellten «wütend und empört» auf die Antwort der Unternehmensleitung. Das Mutterunternehmen Huntingdon Life Sciences hatte bereits im September angekündigt, die Schliessung der beiden Schweizer Harlan-Standorte zu prüfen. Die Unia hatte erfolglos eine Verlängerung der Konsultationsfrist bis Ende Jahr gefordert (die bz berichtete).

Mit dem Streik wolle die Belegschaft ihrer Forderung «Nachdruck verleihen» und der Unternehmensleitung ein letztes Ultimatum bis zum Abend des kommenden Montags setzen, um die Frist zu verlängern. Andernfalls sei es nicht möglich, «seriöse Massnahmen zur Rettung der Arbeitsplätze auszuarbeiten». Die Harlan-Leitung setze «auf Konfrontation statt konstruktive Zusammenarbeit».

Vorwürfe erhebt die Unia auch gegen das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) und dessen Leiter Thomas Keller. «Zufällig», schreibt die Gewerkschaft, habe sie Keller vorgestern vor dem Harlan-Sitz in Itingen angetroffen, ohne dass dieser zuvor auf die Gesprächsanfragen der Unia oder der Belegschaft reagiert habe. Der Unia stösst besonders sauer auf, dass Kellers Besuch bei der Harlan-Leitung kurz vor deren harscher Antwort erfolgte. Eine Erklärung habe sie von Keller nicht bekommen; immerhin sei er aber überzeugt worden, dass das Konsultationsverfahren mehr Zeit benötige. Die Unia erwarte, «dass das Kiga und die Baselbieter Regierung diese Haltung jetzt auch energisch gegenüber der Harlan-Leitung vertreten».

Harlan-Unternehmenssprecher Werner Schneeberger bekräftigte seine Aussage von Dienstag: «Ich bezweifle, dass der Streik zielführend für die Belegschaft ist.» Zum Gespräch mit Keller wollte er sich nicht äussern.