Steht man auf dem Aussichtsturm auf dem Liestaler Schleifenberg, dann geht im Süden über dem Waldenburgertal – statt im Osten – die Sonne auf. Ob diese – astronomisch gesehen – Unmöglichkeit den Optimismus der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) symbolisieren soll, dass mit einer auch Nachhaltigkeit ausgerichteten Politik es auch mit eher gebeutelten Baselbieter Regionen aufwärts gehen wird, oder ob nur die kreative Freude am Photoshop den Lauf der Gestirne aus den Angeln gehoben hat, blieb an der Jubiläums-Gala ein Rätsel. Unbestritten war aber, dass die Dekoration der wechselnd projizierten Baselbieter Landschaften der St. Jakobshalle der Feier zum 150-jährigen Bestehen der BLKB einen sowohl inhaltlich wie ästhetisch passenden Rahmen verlieh.

Dass die Kantonalbank auch kulturell auf Qualität setzt, manifestierte sie mit dem spritzigen Auftritt des Ensembles des Balletts Basel unter der Leitung von Richard Wherlock mit einer für diesen Abend einstudierten und entsprechend als Premiere präsentierten Choreographie. Kulinarisch präsentierte das Team des Bad Bubendorf den Landkanton von seiner besten Seite. Die Baselbieter Regierung beehrte das Jubiläum der Kantonalbank mit ihrer vollzähligen Präsenz ebenso wie , Nationalrätinnen und der Ständerat oder die Spitzen von Verbänden oder Institutionen wie die BLT, Kantonspital oder die beiden Elektras.

Bankratspräsidentin Elisabeth Schirmer-Mosset verwies auf den Baselbieter Grundsatz «Mir wei luege»: «Wir wägen ab, bevor wir handeln. Aber dann handeln wir auch» etwa durch die Schaffung neuer Produkte wie die Verbindung zwischen Hypothekarkredit und Erdbebenversicherung.» Auch CEO Beat Oberlin verwies mit Stolz auf diese jüngste Innovation, zeichnete aber auch ein kritisches Bild des makroökonomischen Umfelds: «Die Nationalbanken kämpfen nicht gegen die Inflation, sondern gegen die Deflation und überfluten die Märkte mit billigem Geld. Die tiefen Zinsen sind für nationale und regionale Universalbanken Gift.» Und Finanzdirektor Anton Lauber, der die Regierung im Bankrat vertritt, bedankte sich für «hervorragend funktionierende Zusammenarbeit» zwischen BLKB und dem Kanton.