Wenn die Wahl des Universitätsrats eine Show wäre, Beat Oberlin wäre der Star. Der ehemalige CEO der Basellandschaftlichen Kantonalbank sticht aus dem Feld der Neugewählten hervor. Die Baselbieter Regierung, die die Mandatsträger für die Leistungsperiode 2018-21 gestern gewählt hat, ist sich dessen voll bewusst: «Mit Beat Oberlin gewinnt der Universitätsrat nicht nur eine Persönlichkeit mit Strahlkraft im Baselbiet, sondern auch mit grosser Akzeptanz in Basel-Stadt. Er wird damit für die Universität sicher ein wichtiger Brückenbauer zwischen den beiden Kantonen», kommentiert Bildungsdirektorin Monica Gschwind die Wahl der Regierung.

Auch bei Baselbieter Bildungspolitikern dreht sich alles um Oberlin. Die beiden anderen Neuen, Christian Bosshard und Jürg Gutzwiller, sind den Wenigsten ein Begriff. Doch etwas fällt auf: Auch Gutzwiller hat als CEO der Banken-Gruppe RBA-Holding einen klaren Finanz-Hintergrund.

Der elfköpfige Unirat – je fünf Vertreter aus Stadt und Land sowie einer der Uni – soll explizit unterschiedliche Fachbereiche abdecken. «Damit möchte die Baselbieter Regierung sicher gezielt die Finanzkompetenz im Gremium stärken», sagt SVP-Landrätin Caroline Mall. Davon ist auch FDP-Landrat Paul Hofer überzeugt. SP-Fraktionschefin Miriam Locher gibt zu bedenken: «Oberlin ist kein klassischer Banker, sondern hat sich schon immer um Bildung und Soziales gekümmert.» Auch jüngere Menschen habe er stets einbezogen. Gschwind schreibt dazu: «Beat Oberlin und Jürg Gutzwiller haben sehr unterschiedliche Ausbildungen und Werdegänge und decken verschiedene Kompetenzen ab.»

Novartis verzichtete

Doch was bedeutet die Wahl der drei Neuen für die Ausrichtung des obersten strategischen Uni-Gremiums? Wird die Institution mit ihren jährlichen Millionen-Defiziten nun fitgespart? «Ich hoffe, Oberlin bringt die Sicht einer modernen Universität angelsächsischer Prägung mit ein», sagt Hofer. Dies, weil er an der amerikanischen Stanford University Führungserfahrung sammelte. Nicht das reine Sparen stünde für die FDP im Zentrum, sondern wie man am meisten Qualität aus einem Franken herausholen könne. Mall erwartet vor allem eine sauber ausgearbeitete Strategie, die sich am wirklichen Bedarf der Uni-Angebote ausrichte. Locher kündigt vorsorglich an: «Sollte der Unirat in Zukunft vor allem abbauen wollen, dann wird sich die SP dagegen wehren.»

Übrigens: Dass nun kein Vertreter der Novartis mehr im Unirat sitzt, lag nicht am Widerstand von Baselland. Wie Gschwind der bz mitteilt, habe es durchaus Gespräche gegeben, Novartis habe aber auf eine Kandidatur verzichtet. Mit Kathrin Amacker bleibt allerdings jemand im Gremium, der lange bei Novartis gearbeitet hat.