Das Erste, was beim Betreten der Campingplätze in der Region auffällt, ist die unheimliche Ruhe. Es ist kurz nach halb zwei Uhr nachmittags und der Zeltplatz auf dem grössten Campingplatz der Region, in Reinach, ist fast menschenleer. Dabei ist der Platz gut belegt: Es hat viele Campingwagen – Zelte sind ebenfalls einige aufgeschlagen. Nur noch einzelne Plätze sind frei.

Ein junges polnisches Paar isst gerade zu Mittag. Die beiden campieren bereits zum dritten Mal in Reinach. «Wir finden immer einen Platz hier», sagen sie in gebrochenem Englisch. Mit ihrem bescheidenen Zweierzelt scheint das auch kein Problem zu sein.

Vor allem Holländer in Reinach

Auf einer Wiese nicht weit weg vom Zeltplatz, vertreiben sich drei Mädchen die Zeit: «Wir finden es toll, dass das Wetter nicht so heiss ist», erzählen sie. Es sei angenehmer, als bei grosser Hitze auf dem Zeltplatz zu verweilen, «so können wir wenigstens noch etwas unternehmen». Touristen habe es immer etwa die gleichen: vor allem Holländer, beobachten die Kinder.

Das Ehepaar Wegmann, die Leiter der Anlage in Reinach, geben nur ungerne Auskunft, denn die Plätze seien ausgebucht und daher hätten sie viel zu tun: «Zwei Drittel des Campingplatzes wird von Dauergästen belegt und ein Drittel sind solche, die spontan zu uns kommen.» Die Auslastung sei fast gleich wie im letzten Jahr. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen. Dann widmet sich Frau Wegmann wieder dem Geschirrspüler, den sie gerade einräumt.

Etwas auskunftsfreudiger gibt sich Reto Demarmels, Chef des Campings in Kaiseraugst: Nebst den «üblichen Verdächtigen», wie Holländer, hätten sie dieses Jahr «auffällig viele englischsprachige Gäste.» Im Grossen und Ganzen sei aber die Besucherzahl auch hier gleich wie im Vorjahr. Der starke Franken spiele keine Rolle, «vielmehr kommt es auf das Wetter an», so Demarmels. Dieses Kriterium sei wichtiger, da sich der Campingplatz Kaiseraugst direkt am Rhein befindet. «Viele Gäste kommen, um zu schwimmen.»

Mittlerweile ist es kurz vor 15 Uhr und auch in Kaiseraugst sieht man hauptsächlich Zelte und Campingbusse – aber keine Menschen. Lediglich ein altes Ehepaar aus dem Waadtland ist sich gerade am Einrichten. Laut Demarmels sind ältere Leute als Gäste eher die Ausnahme: «Hauptsächlich sind es junge Familien, die auf der Durchreise sind.» Ältere Gäste gehörten eher zu den Dauercampern.

Die meisten bleiben nur kurz

Lange bleiben die «Passanten», wie Demarmels die Durchreisenden nennt, nicht. Nach spätestens zwei Tagen würden sie weiterziehen. «Viele schlagen ihr Zelt auf und erkunden dann die Gegend – schauen sich Augusta Raurica oder Basel an.»

Vielleicht ist das der Grund, weswegen es momentan mehr Zelte als Menschen hat auf dem Campingplatz.