Lautes Lachen gefolgt von scheppernden Geräuschen klingt aus der Fabrikhalle an der Tramstrasse 66 in Münchenstein. Drinnen rollen sich die Hunde zusammen, einige schlafen, andere bellen. Ein scheinbar normaler Tag im Tierheim beider Basel.

Es ist tatsächlich ein Stück Normalität, das sich nach Wochen einstellt. Das krisengebeutelte Tierheim bekommt Unterstützung von rund dreissig Mitarbeitern des DHL-Hauptsitzes in Basel. Sie versammeln sich auf dem Gelände des Tierheims am Übergangsstandort in Münchenstein und bauen Hindernisse für den Hunde-Spielparcours.

Es ist ein Akt der Solidarität eines Grosskonzerns für diejenigen, die von den ungewissen Zukunftsaussichten des Tierheims am meisten betroffen sind: die Tiere. «Ich bin froh, dass es Firmen gibt, die uns helfen», sagt Beatrice Kirn, Geschäftsführerin des Tierheims beider Basel und blickt auf die am Boden liegenden Holzstücke. In gelben T-Shirts bekleidet sägen, schrauben und bauen die rund dreissig Mitarbeiter des Grosskonzerns an den Hindernissen Vieles der Infrastruktur sei selbst gebaut, denn entgegen den Anschuldigungen versuchten sie stets finanzielle Ressourcen zu sparen, sagt Kirn.

Konzerne tragen Verantwortung

Das Holz stäubt, als es unter Anleitung einer Mitarbeiterin in kleinere Stücke zersägt wird. «Das wird eine Rampe», sagt Melanie Schlumpf, Mitarbeiterin im Bereich Kommunikation und Marketing und zeichnet mit Bleistift kleine Quadrate auf ein Stück Holz. Die DHL veranstaltet diese globalen Volonteer Days jährlich an allen Standorten weltweit. Sie bezögen sich immer auf regionale Projekte, sagt Schlumpf. «Das Tierheim ist sehr prominent in der Region und steht vor grossen Herausforderungen.» Mit ihrer Aktion könnten sie wesentlich etwas zum Wohlergehen der Hunde beitragen. Ausserdem sei ihre Arbeit nachhaltig, da alle Bauten an den neuen Standort transportiert werden können. «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Wir zeigen, wie viel man in kurzer Zeit und mit vollem Einsatz bewirken kann», sagt Schlumpf.

Etwas Gutes tun will auch CEO Thomas Nieszner, der gestern unter den Mitarbeitern ein besonders gern gesehener Gast war. «Come on», sagt er scherzend zu einer schwedischen Mitarbeiterin. Es seien Mitarbeiter aus etwa zehn verschiedene Nationen da. Es sei ihm wichtig, dass unter den Mitarbeitern ein gutes Klima herrsche. Dies lasse sich auch dem sozialen Engagement des Konzerns anmerken. «Grosskonzerne, wie die DHL tragen ein Stück Verantwortung dafür, was mit uns und unserer Umwelt geschieht», sagt Niezsner. Die DHL setze sich weltweit für Menschen ein und nun auch für Tiere.

Nieszner ist selbst Tierliebhaber. «Meine Frau hat schon Angst, dass ich einen Hund nach Hause bringe», sagt er und lächelt. Es habe ihn sehr schockiert, dass als Notlösung sogar Tiertötungsstationen zur Sprache kamen. Er blickt etwas traurig in die Hundeboxen und murmelt: «Schon deprimierend, die Hunde so zu sehen.» Er wäre bereit, einen Betrag an das Tierheim zu spenden. Der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Der Anfang ist gemacht: Die Hunde haben einen neuen Trainingsparcours.