Die IG «Rheinstrasse vernünftig» kehrt zurück in den Dialogprozess zur Umgestaltung der Rheinstrasse zwischen Frenkendorf und Füllinsdorf. Nach einem Gespräch mit dem Kanton erklärten sich die betroffenen Gewerbetreibenden am Montag bereit, an den anstehenden Workshops teilzunehmen. Dies hatte die IG zuvor abgelehnt, weil der Kanton ihre Interessen bewusst ignoriert habe (die bz berichtete).

Nachdem es also nun fast zwei Wochen lang so ausgesehen hatte, als würden die Diskussionsrunden zur zukünftigen Gestaltung der Rheinstrasse in den drei Workshops ohne die Gewerbler und den sie unterstützenden ACS stattfinden, gelang es Wirtschaftskammer-Direktor und FDP-Landrat Christoph Buser nun offensichtlich, die Gemüter zu beruhigen und IG-Präsident Christoph Keigel mit Kantonsingenieur Oliver Jacobi wieder an einen Tisch zu bekommen.

Vernehmlassung erscheint online

Der gestrigen Mitteilung der IG zufolge erfüllte der Kanton als Kompromiss eine der wichtigsten Forderungen der Gewerbetreibenden und wird nun doch eine Auswertung der während der Vernehmlassung eingegangenen Reaktionen liefern. Diese werde allen Beteiligten in tabellarischer Form online zur Verfügung gestellt. Bisher hatte der Kanton lediglich darauf verwiesen, dass jeder Interessierte die detaillierte Auflistung der über 400 Einwendungen im Tiefbauamt einsehen könne.

Dies war auch eines der Ziele von Vermittler Buser, der sich nach eigener Aussage selbst in den Konflikt einbrachte, als er Keigel zufällig traf: «Es hat keinen Sinn, wenn sich Betroffene aus dem Prozess ausklinken. Aber ich habe gemerkt, dass auf beiden Seiten die Bereitschaft zum Reden da ist.» Die offizielle Präsentation der Vernehmlassungsergebnisse am 23.Oktober in Frenkendorf war auch für Buser «dürftig», die Kritik der IG dahingehend aus seiner Sicht also berechtigt. Buser sieht damit aber auch seine Rolle beendet und wird den weiteren Prozess «gespannt», aber nur noch als Zuschauer verfolgen.

Auch IG-Präsident Keigel fühlt sich vom Kanton nun stärker ernst genommen «als auch schon»: «Unter diesen Umständen sind wir bereit, uns im weiteren Prozess einzubringen.» Dennoch behalte sich die IG «Rheinstrasse vernünftig» letzten Endes vor, eine Volksinitiative zu lancieren. «Dies mit dem Ziel, mit einem klaren Volksentscheid eine durchgängige Befahrbarkeit der Rheinstrasse zu gewährleisten», betont Keigel noch einmal.

«Schönthalplatz» ist verhandelbar

Vor allem «verkehrsbehindernde Massnahmen» wie Bushaltestellen auf der Fahrspur und der geplante «Schönthalplatz» seien für die Gewerbler «inakzeptabel». Bereits vor zwei Wochen hatte Kantonsingenieur Jacobi allerdings öffentlich betont, dass beide Elemente verhandelbar seien.