Jetzt kommt zusätzlicher Schwung in die Baselbieter Ständeratswahl: Am Donnerstagabend stimmte der Kantonalvorstand der Baselbieter EVP einem Antrag seiner Wahlkommission zu, Elisabeth Augstburger zusätzlich für eine Kandidatur fürs «Stöckli» zu nominieren. Die ehemalige Landratspräsidentin aus Liestal ist bereits die designierte Spitzenkandidatin der Evangelischen auf der Nationalratsliste für die Eidgenössischen Wahlen im Herbst.

Gegenüber der bz bestätigte Augstburger am Donnerstagnachmittag ihr Vorhaben: «Mir ist vor allem wichtig, dass die Menschen eine Möglichkeit haben, die Mitte zu wählen. Natürlich bin ich Aussenseiterin, freue mich aber sehr, wenn ich ein gutes Resultat erreiche.» Für den Wahlkampf sei sie «in höchstem Masse motiviert».

Neben den bereits von ihren Parteien nominierten Maya Graf (Grüne) und Daniela Schneeberger (FDP) stösst mit der EVP-Kandidatin eine dritte, weitum bekannte und beliebte Persönlichkeit hinzu, welche den zurücktretenden Amtsinhaber Claude Janiak (SP) beerben möchte. Vergleicht man dies etwa mit der Situation im Kanton Solothurn, wo die Männer die Kandidatenlisten dominieren, darf bereits jetzt von einem aussergewöhnlichen Erfolg für die Frauenpolitik im Baselbiet gesprochen werden.

Der einzige Mann, der in den Ständeratswahlkampf steigen möchte, ist gemäss aktuellem Stand der Liestaler SP-Nationalrat Eric Nussbaumer. Er muss aber zuerst noch an diesem Samstag von seiner Kantonalpartei an der Delegiertenversammlung in Arlesheim nominiert werden. Angesichts dieses illustren Kandidaten-Quartetts dürfte im Voraus klar sein, dass die Entscheidung über die Janiak-Nachfolge erst im zweiten Wahlgang im November fallen wird.

Die Ankündigung von Augstburgers beabsichtigter Doppelkandidatur kommt selbst für die anderen Mitte-Parteien überraschend. EVP-Kantonalpräsident Martin Geiser sagt, dass diese losgelöst von den laufenden Verhandlungen über die Listenverbindungen erfolgt. Augstburger sei das Amt der Ständerätin als Vollblut-Legislativpolitikerin auf den Leib geschnitten. «Selbstverständlich erhoffen wir uns dadurch auch zusätzliche Publizität für Elisabeths Nationalrats-Wahlkampf», räumt Parteipräsident Geiser offen ein.