Lesen Sie hier das ausführliche Interview mit EBM-Chef Conrad Ammann.

Im Zuge der Öffnung des Strommarktes will die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) in den kommenden Jahren stark wachsen. «Wir möchten uns in die Top 5 der Schweizer Energieversorger einreihen», sagt EBM-CEO Conrad Ammann im Interview mit der bz. Doch dazu müsse das Unternehmen bekannter werden, fügt Ammann an.

Wie die bz weiss, will sich die EBM hierzu per 2019 komplett neu aufstellen. Dazu gehören auch ein neuer Name und ein neues Logo. Details werde man in den nächsten Tagen bekanntgeben, sagt der EBM-Chef einzig. Ob damit der Name EBM des 1897 gegründeten Unternehmens ganz verschwinden wird - und damit auch die geografische Verortung «Münchenstein» -, ist noch unklar. Am Firmensitz wird allerdings nicht gerüttelt, ebefalls beibehalten werden soll das heutige genossenschaftliche Fundament.

Das neue Unternehmen könnte «Primeo Energie» heissen. Jedenfalls hat die EBM diesen Markennamen sowie ein dazugehöriges Logo Anfang August beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum angemeldet. Ebenfalls hat die EBM via die fürs Branding zuständige Wirz Relations AG in Zürich den Domainnamen www.primeoenergie.ch reservieren lassen.

Wie Recherchen der bz aus dem Markenregister zudem zeigen, pröbelt die Münchensteiner Energiegenossenschaft offenbar seit Monaten am Namen herum, meldete sie doch beim Institut zwischenzeitlich zahlreiche Namen an und liess einige wieder löschen.

Münchenstein 2019 Etappenort der Tour de Suisse

Die Wachstumsstrategie der EBM und ihr Wille, national bekannter zu werden, wird 2019 für die Region einen netten sportlichen Nebeneffekt haben: Als Premium-Sponsor der Tour de Suisse darf der Baselbieter Energieversorger bei den Etappenorten mitreden. Deshalb wird im kommenden Juni entweder Münchenstein oder das benachbarte Arlesheim zu einem Start- und Zielort des grössten Schweizer Radrennens. Details hierzu sollen ebenfalls demnächst bekanntgegeben werden.

Hintergrund der prononcierten Wachstumsstrategie der EBM ist die Öffnung des Strommarkts. Seit 2009 können bereits Grossverbraucher ihren Stromversorger frei wählen. Dies hat den Wettbewerb stark angeheizt. So ist es etwa der EBM gelungen, ausserregionale Unternehmen wie etwa die Glasi Hergiswil als Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig sind im Stammgebiet der Baselbieter Genossenschaft einige Kunden abgesprungen, so etwa die Gemeinden Allschwil, Bottmingen und Muttenz. Im Hinblick auf die vollständige Liberalisierung will die EBM eine höhere Markenbekanntheit anstreben, wie Ammann im bz-Interview betont. Das geht wohl nur mit einem neuen Namen und einer Neupositionierung des Unternehmens.