«Der Absatz ist sehr wetterabhängig», erklärt der Landwirt Jeremias Heinimann aus Bennwil. Zusammen mit seiner Frau Doris produziert er seit drei Jahren eigene Glaces aus frischer Vollmilch seiner 50 Kühe. «Wenn die Sonne scheint und es sehr heiss ist, brauchen wir mehr Glaces als bei kühlerem Wetter», ergänzt seine Frau. Diese Saison seien sie aber bereits zufrieden mit den Verkaufszahlen. «Es läuft gut, trotzdem suchen wir laufend neue Absatzkanäle in Restaurants oder Dorfläden», so Jeremias Heinimann.

Pro Jahr produzieren sie rund 1500 Liter Glace. Der kleine Becher à 125ml läuft im Sommer am besten und kostet nur zwei Franken. «Wir möchten unsere Glaces zu humanen und familienfreundlichen Preisen anbieten», sagen sie beide unisono. Im Angebot stehen auch Kübel zu 500ml (6 Franken) oder 2 Liter (19 Franken). Den grössten Teil der Abnehmer machen nach wie vor Privatpersonen aus, welche die Glaces direkt ab Hof kaufen. Man kann sie aber auch per Mail oder Telefon bestellen. Der neueste Hit sind die beiden Kühltruhen, welche für Veranstaltungen oder Feste vermietet werden.

Die Idee, selber Glace zu produzieren, hatten die Heinimanns schon länger. Im Frühling 2009 kamen sie durch ein Inserat zu einer Occasions-Glacemaschine, denn eine neue für 40000 Franken hätten sie sich nicht leisten können. Seit dem Startschuss im Juni desselben Jahres steht nun die Maschine in einem alten Kälberstall, wo die süsse Kost produziert wird.

Der Raum wurde lebensmitteltauglich renoviert und vom Lebensmittelinspektorat abgenommen. Die Renovation und sämtliche Investitionen finanzierten Jeremias und Doris Heinimann aus ihrem eigenen Privatvermögen.

Die sich laufend steigernde Produktion machte einen grossen Kühler nötig, welcher nun seit drei Monaten auf dem Heustock steht und die Glaces bei -22°C kühl hält. Im Sommer arbeiten sie an mindestens zwei Vormittagen pro Woche für die Glace-Produktion. Die Arbeiten haben sie aufgeteilt: «Jeremias ist für das Mischen des Rezeptes und die Abfüllung an der Maschine zuständig und ich für das ganze Material», sagt Doris Heinimann.

Sie geniessen diese gemeinsame Zeit an der Arbeit und hätten so vermehrt Zeit, um miteinander zu plaudern und neue Ideen zu kreieren, sagt sie weiter. So träumen Jeremias und Doris Heinimann zuweilen von einer eigenen Gelateria.