Die Bevölkerung des Reinacher Surbaum-Quartiers macht sich für ihr Schulhaus stark: Am Dienstagmorgen überreichte das Komitee «Pro Surbaum» eine Petition, die sich gegen den drohenden Abriss des Primarschulhauses Surbaum im Norden der Gemeinde richtet. Seit Anfang Oktober haben rund 1500 Personen die Petition unterschrieben. Komitee-Mitglied Patrizia Boos wertete die hohe Zahl an Unterschriften als «ein starkes Signal an die Adresse des Gemeinderats». Die Bewohner des Quartiers seien mit dessen Schulraum-Strategie nicht einverstanden.

Das Komitee überreichte die Bögen vor dem Gemeindezentrum an Gemeinderätin Béatrix von Sury (CVP). Diese sagte gegenüber der bz: «Wir haben kaum erwartet, dass die Schliessung im Quartier auf Begeisterung stösst.» Der Gemeinderat müsse jedoch ein Konzept ausarbeiten, das die Bedürfnisse der gesamten Gemeinde abdecke.

Mehr Eltern-Taxis befürchtet

Das Komitee kritisiert die geplante Schliessung unter anderem, weil die betroffenen Kinder künftig auf andere Standorte ausweichen müssten. Der Schulweg würde dadurch zu lang; eine Zunahme der Eltern-Taxis und eine Verkehrslawine wären die Folge.

Das Surbaum ist eines von fünf Primarschulhäusern in Reinach. Aufgrund von Harmos steigt der Raumbedarf. Die vom Gemeinderat favorisierte «Strategie Weiermatten» sieht vor, dass das zentral gelegene Weiermatt-Schulhaus neu gebaut wird und auch die Klassen aus dem Surbaum aufnimmt. Vom Umzug wären die dritten bis sechsten Klassen betroffen; die Erst- und Zweitklässler des Surbaums könnten im nahe gelegenen Schulhaus Reinacherhof unterkommen.

Neben dem Neubau, der auch die Musikschule aufnehmen soll, will die Gemeinde zwei Anlagen sanieren. Die Gesamtkosten werden auf 97 Millionen Franken geschätzt. Durch den Verkauf von Grundstücken auf dem Surbaum-Areal erhofft sich die Gemeinde einen Erlös von 33 Millionen Franken, was den Aufwand auf 64 Millionen reduzieren würde.

Bezug nicht vor 2020

Den Medien vorgestellt wurde die «Strategie Weiermatten» im September. Der Gemeinderat verfolgte ursprünglich sieben Varianten. Bereits am Montag könnte der Einwohnerrat das Geschäft erstmals behandeln. Das letzte Wort hat – wegen der Höhe der Investitionen – aber auf jeden Fall das Volk. Falls im Einwohnerrat das Behörden-Referendum ergriffen wird, könnte die Volksabstimmung noch in diesem Jahr abgehalten werden. Mit dem Bezug des neuen Weiermatt-Schulhauses rechnet der Gemeinderat aber nicht vor 2020. (bwi)