Zonenplanrevision, die Entwicklung des Gewerbegebiets Aesch Nord sowie der Zubringer Pfeffingerring – Aesch bewegt sich in grossen Schritten in Richtung Zukunft. Der Gemeinderat möchte auf verschiedenen Ebenen eine Entwicklung zulassen, um Unternehmen und auch neue Einwohner anzulocken. «Die Steigerung der Einwohnerzahl von aktuell 10 200 auf 11 000 ist durchaus möglich», erklärte Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) anlässlich der Aescher Gespräche am Mittwochabend. Mit mehr Einwohnern werden die Fixkosten auf viele Schultern verteilt. «Das entlastet uns alle», rechnete sie dem zahlreich anwesenden Publikum vor.

Mehrere Monate Verzögerung

Ein wichtiger Faktor in der künftigen Entwicklung von Aesch ist die verkehrstechnische Erschliessung. Der Durchstich von der Autobahnausfahrt unter der Hauptstrasse und dem Tramtrassee hindurch ins Gewerbegebiet Aesch Nord ist politisch beschlossene Sache. Bereits wurde mit den Vorarbeiten begonnen. Doch nun erhält das 22,4 Millionen Franken Projekt einen Dämpfer: Gegen die im Dezember getätigte Bauvergabe werden eine oder mehrere unterlegene Bauunternehmen Einsprache einlegen. Es sei aber noch nichts schriftlich beim Kanton eingetroffen, betont Projektleiter Boris Kunze. Eine Einsprache sei aber sehr wahrscheinlich, sagte er am Mittwochabend. Dies haben Gespräche mit den Baufirmen ergeben. Die Einsprache verzögert das Projekt um mehrere Monate, weil ein Gericht darüber befinden muss, ob die Bauvergabe korrekt verlaufen ist. Gemeindepräsidentin Hollinger ist enttäuscht. «Das ist ein Tiefschlag für uns.» Negative Folgen für die Entwicklung von Aesch Nord befürchtet sie aber nicht. «Der Durchstich wird definitiv kommen. Die Frage ist nur wann.»

Die Einsprache trübte die Stimmung am Mittwochabend in der Aula der International School zwar ein wenig, doch die rasanten Entwicklungen kann in Aesch auch sie nicht aufhalten. Angst vor diesen Entwicklungen in Aesch Nord, der Region um den Bahnhof und in sonstigen Quartieren müsse man nicht haben, stellte die Gemeindepräsidentin klar. «Wir wollen, dass Aesch seinen dörflichen Charakter behält.» Die Gemeinde soll sich nicht komplett verändern, aber weiterentwickeln, so Marianne Hollinger. Moderne und teils auch ausgefallene Architektur in Aesch Nord soll hochklassige Arbeitsplätze ermöglichen. Dafür wurden bereits Pläne erstellt.

Zonenplan betrifft alle

Auch die Planungen für die Zonenplanrevision sind in vollem Gang. Dafür wurden eine Kerngruppe aus vier Gemeinderäten und eine Begleitgruppe mit Vertretern aus der Bevölkerung ins Leben gerufen. Ziel sei, so Gemeinderätin Eveline Sprecher (SP), die Bevölkerung in die Planung eng mit einzubeziehen. «Der Zonenplan betrifft am Ende jeden von uns. Deshalb ist es wichtig, dass er breit abgestützt ist.»

Im Zonenplan wird festgehalten, wo und was gebaut werden darf. Der gesamte Gemeindeperimeter werde unter die Lupe genommen, erklärte Sprecher. «Wir schauen die Gebiete an und fragen uns, ist es noch zeitgemäss, was dort passiert oder muss eine Entwicklung stattfinden?» Der ganze Prozess der Zonenplanrevision dauert vier Jahre und soll Ende 2019 mit dem Entscheid der Gemeindeversammlung abgeschlossen werden.