323 Stimmen. So gering war am 3. März der Abstand zwischen Wahlgangssieger Eric Nussbaumer (SP) und dem zweitplatzierten Thomas Weber (SVP). Es braucht keine Kristallkugel, um vorherzusehen, dass es im zweiten Durchgang der Ersatzwahl des zurücktretenden Regierungsrates Adrian Ballmer vom 21. April auf jede Stimme ankommt.

Kämpfer gibt Regierung Schuld

Nicht optimal ist daher, dass die CVP bereits am Mittwoch mit Anton Lauber ihren Kandidaten für die am 9. Juni folgende Ersatzwahl des verstorbenen Regierungsrates Peter Zwick nominiert hat. Auch wenn noch keine Plakate Laubers hängen, bewerben sich momentan drei Kandidaten offiziell für ein Regierungsratsamt. «Selbstverständlich ist das ein Problem, weil es die Wähler irritiert», sagt etwa SVP-Präsident Oskar Kämpfer. Und auch SP-Präsident Martin Rüegg schliesst ein «Durcheinander» nicht aus.

Konkret könnten einige bürgerliche Wähler aus Versehen schon am 21. April den Namen Laubers statt Webers auf den Zettel schreiben. Die Lösung wäre gewesen, mit der Nomination zu warten, bis Nussbaumer oder Weber gewählt sind. So machen es SP und Grüne. Kämpfer gibt der CVP derweil keine Schuld am Terminchaos. Er nimmt die Regierung ins Visier. Denn: Als die CVP ihren Parteitag ansetzte, war die Ersatzwahl für Peter Zwick noch für den 12. Mai geplant. «Das hat mich gnadenlos aufgeregt. Die Regierung zeigte keinerlei Gespür für den Aufwand, mit dem Parteien eine Wahl vorbereiten müssen.» Wäre von Anfang an der 9. Juni fixiert worden, hätte die CVP auch erst nach dem 21. April nominiert, ist Kämpfer überzeugt.

Dem widerspricht Lauber: «Wir von der CVP hatten uns vor Peter Zwicks Tod eigentlich auf 2015 eingestellt und waren lange nicht so gut auf eine Ersatzwahl vorbereitet wie SVP und SP.» Ihn erst nach dem 21. April zu nominieren, sei deshalb keine Option gewesen. Allschwils Gemeindepräsident ist sich sicher: «Die CVP-Wähler sind Profis. Sie wissen genau, was sie am 21. April und am 9. Juni machen müssen.»

Keine Plakate, keine Podien

Die CVP wird zudem versuchen, bis zum 21. April nur «mit angezogener Handbremse» Wahlkampf für Lauber zu betreiben, dafür aber für Weber Vollgas zu geben. Das bedeutet, noch keine Plakate aufzuhängen und Lauber nicht an Podiumsdiskussionen zu schicken.

An keine grosse Beeinflussung glaubt Rüegg. Er verweist auf die rund 4500 leer eingelegten Wahlzettel vom 3. März. «Das waren wohl grösstenteils unzufriedene CVP- oder FDP-Wähler. Wenn diese im zweiten Wahlgang jetzt aus Protest Lauber auf den Zettel schreiben, verändert sich für das Duell Nussbaumer/Weber nichts.» Für den 9. Juni gibt sich Lauber derweil gelassen: «Wenn ein Gegner kommt - egal aus welchem Lager -, werde ich mich ihm stellen.»