Schweizer Gäste erwarten in einem Wellnessbad einen Hamam. Davon war Aquabasilea-Betreiber Andreas Scheurer überzeugt, als er mit seinem Team vor gut einem Jahr die Konzeption des arabischen Dampfbades im Prattler Freizeit- und Wellnessbad in Angriff nahm. Und er sollte recht behalten: Noch bevor der neue Hamam im Aquabasilea heute offiziell eröffnete, gingen laut Scheurer bereits 1200 Anmeldungen ein.

Bauarbeiten dauerten bis gestern an

Denn anmelden muss man sich für den neuen Bereich: Im Gegensatz zur freien Saunalandschaft werden die Gäste durch den Hamam geführt. Dampfbad, Peeling, Schlammbad, Massage, Ruhebereich mit Wasserbetten und orientalisches À-la-Carte können in verschiedenen Paketen gebucht werden. Inklusive sind Handtuch und Bademantel sowie der traditionelle türkische Lendenschurz (Pestemal), den Mann und Frau auch im Wasser anbehalten.

Kostendeckend werde der Hamam ab 19000 Gäste im Jahr, rechnet Scheurer vor; ausgelegt sei er aber für 70000. Im Juni begann der Umbau im Eingangsbereich; die Arbeiter waren mit Überstunden noch bis gestern damit beschäftigt, Platten und Kabel zu verlegen. Scheurer freut sich, dass die Eröffnung wie geplant noch vor Weihnachten erfolgen konnte.

Verantwortlich für den Hamam zeichnen je ein indischer und griechischer Mitarbeiter des Aquabasilea. Neben den Schweizer Besuchern erwartet Scheurer vor allem Gäste aus dem Elsass. Ähnlich international kam auch die Gestaltung des Hamams zustande: Scheurer, der das Bad mit dem Architekten selbst entwarf, griff auf seine eigenen Eindrücke in zahlreichen arabisch geprägten Ländern zurück. Die Architektur des Hamams orientiert sich demnach an den baños árabes im spanischen Andalucía, der klassische Ablauf mit milden und heissen Dampfbädern hingegen an der türkischen Tradition. Der Brauch des Schlammbads stamme aus Marokko; entsprechend komme der Schlamm auch aus dem Hohen Atlas.

Kulturenmix für europäische Gäste

Dieser eklektische Ansatz war Scheurers Wunsch: Mit der Beratung von persönlichen Freunden in Marokko und Istanbul habe er an Angeboten zusammenstellen wollen, was mitteleuropäische Gäste in seinen Augen von einem Hamam erwarteten. Deshalb finde auch die Massage nicht traditionell im Hamam, sondern wie bisher in einem eigenen Bereich im Aquabasilea statt.