In der List AG hatten 70 Personen gearbeitet. Als diese die Bilanz deponiert hatte, waren keine Mittel für einen Sozialplan vorhanden. Doch von den 36 Mitarbeitenden, die von der neuen List Technology nicht übernommen werden, hätten deren 25 bereits wieder eine feste Stelle, berichtet die Kommunikationsbeauftragte Claudia Bracher. Die anderen seien in Verhandlung. Als Hightech-Knetmaschinen-Herstellerin hatte die List AG praktisch nur Hochqualifizierte beschäftigt.

Das Kapital für die Neugründung kommt von der JMBT Beteiligungen AG, einem Tochterunternehmen der Jakob Müller AG aus Frick. Die Jakob-Müller-Gruppe hatte sich bereits im April interessiert gezeigt, die Aktivitäten der List AG weiter zu führen. Damals scheiterte aber die Gründung einer Auffanggesellschaft an den komplexen Strukturen und der zu knappen Zeit, erklärt Bracher.

Nun aber habe die List Technology AG alle materiellen und immateriellen Werte der ehemaligen List AG vom Konkursamt erworben und habe auch alle Namens- und Patentrechte der List Holding AG gekauft. Über die Kaufpreise sei Stillschweigen vereinbart worden. «Es geht darum, gegenüber den Kunden Kontinuität zu signalisieren», erklärt Bracher. Denn die Jakob-Müller-Gruppe will auf dem Kundenstamm und der List-Technologie weiter aufbauen. Deshalb gehöre auch das ganze Management-Team zu den übernommenen Mitarbeitern. «Die neuen Besitzer glauben nicht zuletzt deshalb an die Zukunft des Unternehmens, weil Bestellungen bereits vorhanden sind», berichtet Bracher.

Baselbieter Technologieperle

Das Problem: Die Bestellungen liegen zwar vor, «sie wurden aber wegen der tiefen Ölpreise nicht ausgelöst», berichtet Bracher. Die List AG stellte Hightech-Knetmaschinen für die Chemie-, Öl- und Lebensmittelindustrie her. Dabei geht es um sehr grosse und teure Anlagen, von denen man nur wenige pro Jahr realisieren kann. Bleiben Aufträge weg, brechen gleich hohe Umsatzanteile weg. Ende März gab deshalb die List AG bekannt, sie stecke in Finanznot, die Märzlöhne seien nicht gesichert und man suche nach einem externen Partner.

Bereits Anfang April trat die Jakob-Müller-Gruppe auf den Plan, ein Aargauer Familienunternehmen, das innovative Technologien für die Band- und Schmaltextilienindustrie entwickelt und weltweit rund 1000 Angestellte zählt. Offenbar war es aber bereits zu spät für eine Auffanggesellschaft, sodass die List AG Ende Mai die Bilanz deponierte. Die spezielle Tragik lag darin, dass die List AG als Hightech-Unternehmen zu den Baselbieter Industrieperlen zählte. Noch 2013 hatte sie in Basel den Swiss-Venture-Capital-Preis gewonnen.

Dass die Jakob-Müller-Gruppe dann die Aktiven aus der Konkursmasse herauskaufte und nun am Freitag die die List Technology AG als Nachfolgeunternehmen gründete, wird gemäss Communiqué von den Mitarbeitenden und dem Management geschätzt: Mit dem neuen Besitzer habe man einen potenten Partner im Rücken, welcher der Firma der Rücken stärke, wird CFO Franz Bregenzer zitiert.