Auch am Mittwoch ging es wieder um einen Leinenzwang, der deutlich über die Hundereglemente in den Nachbargemeinden hätte hinausgehen sollen. Der Leinenzwang im Wald – ausser während der Brut- und Setzzeit von April bis Juli – sowie im Landwirtschaftsgebiet fiel weg. Ausgenommen waren das Areal der Stiftung Ermitage und das Schloss Birseck sowie die Naturschutzgebiete Widenacker und Steinbruchweiher. Dafür wollte der Gemeinderat neu einen Leinenzwang auf das gesamte Siedlungsgebiet einführen.

Obwohl das Hundereglement von der Gemeindekommission mit 11:1- Stimmen empfohlen wurde, war es alles andere als unumstritten und es wurde auch ersichtlich, dass bei der Reglementgestaltung kaum Hundehalter involviert waren, denn die Gegenwehr an der Gemeindeversammlung war gross. Der Antrag, der während vier Monaten beinahe einem totalen Leinenzwang gleichkam, wurde teils heftig kritisiert und die Einhaltung des Tierschutzes hinterfragt, auch wenn der zuständige Gemeinderat Daniel Wyss erläuterte, dass der Kanton den Vorschlag als konform mit dem Tierschutzgesetz betrachtete. Viele Hundehalter reklamierten, dass sie auf Nachbargemeinden hätten ausweichen müssen, um ihre Tiere freien Auslauf zu ermöglichen.

Antrag für einen Leinenzwang

Letztlich kam es zum Antrag, den Leinenzwang auf dem Stiftungsareal Ermitage und den Naturschutzgebieten anzunehmen, jenen im Siedlungsgebiet jedoch auf frequentierte Strassen, Gehwege und Plätzen sowie bei Ansammlungen von Menschenmengen wie bei Festanlässen, Märkten und Ausstellungen zu begrenzen. Dieser «Antrag Burgener», der in
etwa dem Leinenzwang der Nachbargemeinden entspricht, wurde mit 67:26-Stimmen angenommen und damit der Vorschlag des Gemeinderats bachab geschickt.

Ebenfalls abgelehnt wurde eine Lenkungsabgabe bei Haushalten mit mehreren Hunden. Von 293 Hunden in Arlesheim hätte dies deren 28 betroffen, die aufgrund der Zielformulierung «die Zahl der Hunde möglichst tief zu halten» doppelt so viel gekostet hätten.

«Das Reglement ist tendenziell unnötig, es wird wohl aber wegen einpaar schwarzer Schafe unter den Hundehaltern benötigt. Man kann sich jedoch fragen, ob die Haltung von mehreren Hunden eine derartige Bedrohung darstellt, dass es eine Lenkungsabgabe benötigt», sagte etwa Lukas Stückelberger (FDP).

Mit 45:39-Stimmen wurde die Lenkungsgebühr abgelehnt. Die Gebühr pro Hund wird per 2011 von 80 auf 120 Franken erhöht, wobei der Gemeinderat einen Spielraum bis 220 Franken hat, um kostendeckend zu werden.

Weitere Traktanden unumstritten

Kaum umstritten waren die anderen Traktanden. Eine Parzelle im oberen Boden der evangelisch-reformierte Kirchgemeinde wurde wieder von der Zone für öffentliche Werke in die Wohnzone umgezont. Dort wird ein Familienzentrum betrieben und es soll mit einem Neubau um vier Wohnungen ergänzt werden.

Ebenfalls angenommen wurde die Totalrevision des Friedhofreglements, wobei im Vergleich zum Vorschlag die Mindestruhezeit von 10 (Kinder) und 15 (Erwachsene) auf allgemein 20 Jahre erhöht wurde. Das neue Reglement sieht eine Gebührenerhöhung auf mehr als das Doppelte vor für auswärtige Personen.