Die Industriellen Werke Basel (IWB) wollen bereits 2013 10 Prozent ihres Stroms aus neuen erneuerbaren Energiequellen herstellen. Wie bisher sollen dann 85 Prozent aus Wasserkraft, aber nur noch fünf Prozent von der internationalen Strombörse stammen. Letzteres ist Strom unter anderem aus Kohle oder Atom, den die IWB mit Wasserkraft-Zertifikaten ökologisch aufwerten muss.

Für dieses Ziel wollen sich die IWB in ganz Europa mit 120Millionen Franken an Wind-, Solar- und Biomassekraftwerken beteiligen. Bereits im Bau ist – gemeinsam mit der Liestaler EBL – ein solarthermisches Kraftwerk in Südspanien. Gemeinsam mit dem Zürcher Elektrizitätswerk EWZ verhandeln die IWB über eine Beteiligung am deutschen Windpark BARD Offshore 1. In diese Strategie gehören auch die Abklärungen für einen Windpark auf dem Chall. Drei Viertel der neuen erneuerbaren Energie sollen aus Windkraft im Ausland, 5 Prozent aus inländischem Wind stammen. 15 Prozent sollen europäischer Solarstrom, 5 Prozent Schweizer Solarstrom, Biomasse Kleinwasserkraft und Geothermie ausmachen.

Für die Beteiligungen gründen die IWB eine Tochter, die IWB Renewable Power AG. Diese wird sich an den Firmen beteiligen, die die Kraftwerke bauen. Mit dieser Strategie setzen die IWB die Energiepolitik von Basel-Stadt um: Der Kanton verlangt von seinem Energieunternehmen, dass es langfristig ausschliesslich ökologischen Strom liefert und diesen zu vier Fünfteln selber herstellt. «Indem wir jetzt in Alternativenergie investieren, sichern wir für unsere Kunden in Zukunft günstige Strompreise», erklärte gestern an der Pressekonferenz Bernhard Brodbeck, Leiter Beschaffung. Jetzt sei die Rentabilität durch die kostendeckenden Einspeisevergütungen gesichert. Und mit steigenden Energiepreisen würden die dann bereits weitgehend abgeschriebenen Kraftwerke rentabel.