Wer in Therwil die Polizei ruft, dem kommt die «Securitas» zur Hilfe. Zumindest wer von Sonntag bis Mittwoch nachts Unterstützung wegen Ordnungsverstössen oder Problemen wie Ruhestörungen benötigt.

Der Grund dafür: Die Kantonspolizei reagiere nicht schnell genug auf Anrufe aus Therwil, schreibt die Gemeinde auf ihrer Website. Deswegen hat der Gemeinderat die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei beendet. Stattdessen greift der private Sicherheitsdienst «Securitas» der Gemeindepolizei seit Anfang Jahr unter die Arme.

Der Gemeinderat habe sich sehr dafür eingesetzt, dass das Gewaltenmonopol bei staatlichen Organisationen bleibe. Trotzdem sei er überzeugt, die bestmögliche Lösung gefunden zu haben, um das Sicherheitsbefinden der Bevölkerung zu stärken, heisst es auf der Website weiter.

Therwil ist kein Einzelfall

Seit 2015 müssen sich im Baselbiet jeweils die Gemeinden um Ruhe und Ordnung, also Falschparkierer, Ruhestörungen oder Nachbarschaftsstreitigkeiten, kümmern. Die Gemeinden können die Verantwortung an die Kantonspolizei übertragen, aber nur von Sonntag bis Mittwoch. Für den Dienst berechnet die Kantonspolizei 1.95 Franken pro Einwohner und Jahr.

Therwil ist mit der Entscheidung nicht alleine: Weniger als die Hälfte der Baselbieter Gemeinden haben eine entsprechende Leistungsvereinbarung mit der Kantonspolizei. Der Grossteil hat eine eigene Gemeindepolizei mit entsprechenden Kapazitäten, arbeitet mit privaten Sicherheitsdiensten zusammen oder kümmert sich anderweitig um Ruhe und Ordnung.