Nicht schlecht staunten Wanderer, welche vor kurzem auf dem Homberg eine Pause einlegen wollten. Der dortige Rastplatz, von dem bei gutem Wetter eine atemberaubende Aussicht möglich ist, bot keine kurzfristige Erholung. Mehrere Schilder machten die Ausflügler darauf aufmerksam, dass das Gelände nicht betreten werden darf. Die Ursachen für die über ein halbes Jahr dauernde Schliessung blieben aber unerwähnt.

Dabei hatte die Bürgergemeinde Himmelried, auf deren Boden sich der Rastplatz befindet, gute Gründe, niemanden auf das Areal zu lassen. Das Gebiet diente im vergangenen Jahr der Schweizer Armee dazu, den Himmel über Basel zu schützen. Vor und während der Ministerkonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Dezember betrieb die Luftwaffe in Himmelried eine Radarstation. Diese war Teil eines riesigen Sicherheitsdispositivs, für das insgesamt rund 5000 Mann aufgeboten wurden. Obwohl er keine Auskunft zu operationellen Details geben möchte, verweist Armeesprecher Christoph Brunner darauf, dass die Einheit ihren militärischen Auftrag erfüllte. Die Sicherung des Luftraumes über dem Dreiländereck habe in enger Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich stattgefunden.

Landwirte zu Hilfe gezogen

Nachdem die Schweizer Armee den Homberg kurz nach der OSZE-Konferenz verlassen hatte, war der Boden völlig zerfurcht. Der Himmelrieder Gemeindeverwalter Ernst Winistörfer erinnert sich an ein Dutzend schwere Lastwagen, die damals über den Rastplatz bretterten. «Im Winter unternahmen wir noch nichts. Im Frühling besprachen wir dann mit regionalen Landwirten, wie wir das Gelände wieder in Ordnung bringen können». Man habe sich entschieden, Wiesengras anzupflanzen, um den einst vom Schweizer Touring Club (TCS) betriebenen Platz wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Die Kosten dafür wurden der Schweizer Armee anteilsmässig in Rechnung gestellt.

Blick in den Schwarzwald

Mittlerweile sieht der Rastplatz, der sich am Waldrand befindet, aus wie früher und ist seit zwei Wochen wieder zugänglich. «Die Feuerstellen dürfen derzeit jedoch aufgrund des aktuellen Feuerverbots im Kanton Solothurn nicht benutzt werden», mahnt der Gemeindeverwalter. Trotzdem sei das Gelände momentan stark frequentiert, bemerkt Winistörfer. Am Abend würden jeweils einige Autos in der Nähe stehen. Der schlichte Platz erfreue sich auch bei Radfahrern grosser Beliebtheit, die den Ausblick geniessen. «An schönen Tagen können die Besucher bis in den Schwarzwald sehen.» Das nahe gelegene Restaurant Eigenhof sei ein weiterer Grund für das teilweise grosse Menschenaufkommen auf dem Himmelrieder Hausberg. Auf diesem fanden in der Vergangenheit schon Goa-Partys statt.

Probleme mit Campern

Die vielen Leute sorgen laut dem Verwalter auch für Schwierigkeiten. «Es kommt immer wieder vor, dass auf dem Rastplatz campiert wird», muss er feststellen. Dafür sei das Gelände aber wegen fehlender sanitärer Anlagen nicht geeignet. Es werde bald signalisiert werden, dass Camping nicht erlaubt ist. Wir möchten Schilder anbringen, die darauf hinweisen, wirft Winistörfer einen Blick in die Zukunft.