Während mehrerer Wochen wurde an der Hauptstrasse in Dittingen gebaut. Die Arbeiten gingen vor wenigen Tagen zu Ende. Erstellt wurde ein Trottoir vom Dittinger Rank bis etwas unterhalb des Dorfzentrums. Weil dafür Land von Privaten beansprucht worden ist, hat der Kanton etwas dazukaufen müssen. Die meisten Anrainer haben dem Kanton denn auch einige Quadratmeter abgetreten.

In einem Fall habe der Kanton mit einem Anwohner einen Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen, wie Dieter Leutwyler von der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), sagt. Denn im Bereich der Hauptstrasse 38 befindet sich eine Lok-Werkstätte mit einer Modelleisenbahn, deren Schienen auf dem Privatgrundstück verlegt sind.

Durch den Trottoirbau benötigte der Kanton jedoch einen Teil des Trassees. Der Betreiber der Lok-Werkstätte, Cyrill Kämpfer, hat dazu Hand geboten und der Öffentlichkeit ein Gehrecht auf seinem Anteil des neuen Trottoirs eingeräumt.

Die Modelleisenbahn von Cyrill Kämpfer geht aufs Trottoir hinaus:

Die Modelleisenbahn von Cyrill Kämpfer geht aufs Trottoir hinaus:

Schienen für Modelleisenbahnen

Die Schienen dienten dazu, reparierte Modell-Loks für die Kunden Probe fahren zu lassen, sowie für private und organisierte Anlässe, wie Kämpfer ausführt. Seit 16 Jahren repariert der ausgebildete Dampflokomotivführer Modell-Loks. In der Szene sei er gut bekannt. Neben seiner Tätigkeit als Dampflokführer verkauft, repariert und restauriert er Modell-Loks. Seine Kunden kommen aus der ganzen Schweiz und dem Ausland, wie seine Website verrät.

Zuvor liess der Kanton das Trottoir etappenweise erneuern. Von Mitte bis Ende Juni wurde auf der Hauptstrasse auch ein neuer Belag eingebaut. Diese Belagsarbeiten umfassten den Abschnitt der Liegenschaft der Nummern 21 bis 75 auf einer Länge von rund 920 Metern und wurde in zwei Etappen realisiert.

Mit den ersten Ausbauarbeiten der Hauptstrasse war bereits im Jahr 2008 begonnen worden. Die Kosten für den Bau des Trottoirs sowie den Fahrbahnbelag und Landerwerb (exklusive Werkleitungen) beliefen sich auf etwa 920'000 Franken, wie das kantonale Tiefbauamt festhält.

Sowohl der Kanton als auch die Anrainer sind mit dem Ergebnis zufrieden, wie eine Umfrage zeigt. Weniger erfreut zeigt sich jedoch ein auswärtiger Automobilist, der gelegentlich nach Dittingen fährt, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Er hält das Bähnli auf dem Trottoir für einen «Schildbürgerstreich ersten Rangs». So etwas gebe es nur im Kanton Baselland: öffentlich genutzte Trottoirs, auf denen Modelleisenbahnen verkehren können.

Beim Kanton hat man keine Bedenken. «Die Verkehrssicherheit für Fussgänger und Velofahrer bleibt gewährleistet», sagt Leutwyler. Dank des Entgegenkommens des Anwohners habe man eine Lösung finden können, die allen Beteiligten – Fussgängern, Anwohnern, Kanton – nütze. So sieht es auch Cyrill Kämpfer, der sich mit dem Ergebnis Tage nach der Fertigstellung sehr erfreut zeigt.