155 Stimmbürger stimmten Ja zum Einwohnerrat, 136 Nein. Das letzte Wort hat aber das Stimmvolk.

Die Gemeindeversammlung kann sich nicht selber abschaffen - es kommt zum obligatorischen Referendum, also zu einer Volksabstimmung. Diese ist noch für dieses Jahr vorgesehen.

Sagt auch das Volk Ja, so erhält Münchenstein den sechsten Einwohnerrat im Kanton, neben Allschwil, Binningen, Liestal, Reinach und Pratteln. Die Arbeit aufnehmen würden die 36 Abgeordneten per Juli 2016. Der Gemeinderat stand mehrheitlich hinter dem Anliegen.

Vor der Abstimmung war es zu einer lebhaften Debatte gekommen. Die Befürworter argumentierten, mit einem Rat werde die politische Arbeit professioneller und sachlicher. Die Gegner wiederum befürchteten den Verlust an Mitbestimmung und einen Abbau an Demokratie. Der Grünliberale Daniel Altermatt, der den Einführungsantrag eingereicht hatte, sagte, bei den Entscheidungen der vergangenen Jahre habe die Gemeindeversammlung oft Betroffenheits-Demokratie betrieben.

Stefan Haydn von der SVP wiederum bezeichnete es als «Affront gegenüber dem Bürger», falls die Gemeindeversammlung abgeschafft würde. «Heute kann jeder an die Gmeini kommen und ein Geschäft ablehnen. Nachher wäre das nicht mehr möglich.» Andere sagten, ein Rat würde ineffizient; es fiel der Begriff «Debattierclub».

Dem widersprach Klaus Droz. Er war Abgeordneter des Einwohnerrats, der in Münchenstein in den 1970er-Jahren bestand. Sehr wohl hätten sie sich lange über Dinge unterhalten, die unwichtig erscheinen. So hätten sie lange über die Form von Dolendeckeln debattiert. «Aber dabei ging es doch darum, zu verhindern, dass Velofahrer zu Fall kommen.» Ein Parlament sei kein «Schwätzclub», er könne es nur empfehlen. (bwi)
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