Noch immer ist die Frage der künftigen Uni-Finanzierung der Aufreger Nummer eins in der Beziehung zwischen den beiden Basel. Seitdem die Baselbieter Regierung im Juli 2015 ihre «Strategiemassnahmen» zur Erreichung eines ausgeglichenen Staatshaushalts vorgestellt hat, wird über die Reduktionsvorgabe von 25 Millionen Franken gestritten, welche Baselland ab 2018 weniger pro Jahr an die Universität überweisen möchte. Kurz vor Weihnachten sorgte die von Landratspräsident Philipp Schoch gemachte Aussage für Aufsehen, dass er die eigene Regierung auf gutem Wege sehe, das gesteckte Sparziel zu erreichen. Dies insbesondere deswegen, weil in zahlreichen Uni-Bereichen «wie etwa dem Immobilienvertrag Spielraum» bestehe. Eine solche Aussage von einem Grünen, dessen Partei sich bisher mehr oder weniger vehement gegen zahlreiche Sparvorlagen ausgesprochen hat, freute die Bürgerlichen und sorgte im linken Lager, aber vor allem in Basel-Stadt für Stirnrunzeln.

Nun steht parallel zur Uni-Diskussion die Frage der künftigen Finanzierung der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Raum. Nachdem sie vor anderthalb Jahren bloss «eventuell» von einer Reduktion beim Globalbeitrag geschrieben hat und im Strategiepapier noch keine konkrete Zahl nennen wollte, steht nun die Zielvorgabe der Baselbieter Regierung von 2 Millionen Franken jährlich ab 2018 fest. Diese Zahl sei im Sinne einer Absicht zu interpretieren, stellt die Sprecherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD), Deborah Murith, klar: Im Namen der Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind lässt Murith ausrichten: «Diese Zielsetzung muss mit den übrigen drei Trägern abgestimmt werden. Aufgrund der aktuell laufenden Verhandlungen ist zum jetzigen Zeitpunkt offen, inwieweit diese Zielsetzung erreicht wird.»

FHNW-Kostenwachstum bremsen

Diese bewusst vorsichtige Formulierung ist zweifellos als Folge der harten Reaktionen zu werten, welche die wesentlich forscher verkündeten Reduktionsziele bei der Universität oder dem U-Abo ausgelöst haben. Jedoch zeichnet sich ab, dass 2017 die Diskussion um die FHNW-Finanzierung wesentlich emotionsloser verlaufen dürfte als jene bei der Universität – was nicht nur am wesentlich tieferen Zielbetrag liegt. «Ich denke, dass bei allen Trägerkantonen die Einsicht vorherrscht, dass die Kosten für die FHNW nicht mehr weiter steigen dürfen», sagt stellvertretend der Grenchner CVP-Kantonsrat Peter Brotschi, der für den Kanton Solothurn in der interparlamentarischen Fachhochschul-Kommission (IPK FHNW) sitzt. Anders als bei der Uni mit ihrer bikantonalen Trägerschaft mit dem wohlhabenden Partner Basel-Stadt könnte Baselland in die Hände spielen, dass in den Kantonen Aargau und Solothurn ebenfalls grosse Entlastungspakete ins Haus stehen. Jedenfalls deckt sich die von Brotschi kolportierte Solothurner Haltung mit jener von Baselland, wenn BKSD-Sprecherin Murith feststellt, dass aus Sicht des Kantons Basel-Landschaft ein Kostenwachstum bei der FHNW «nicht mehr im gleichen Ausmass möglich sein» wird.

Die Baslerin Martina Bernasconi bestätigt, dass die Baselbieter Sparankündigung in politischen Kreisen bisher sehr sachlich aufgenommen worden ist: «Anders als bei der Uni gibt es hier keinen vorsorglichen Aufschrei wegen der Sparbemühungen einzelner Kantone. Auch die FHNW weiss, dass sie nicht mit mehr Geld rechnen darf», sagt die Präsidentin der interparlamentarischen Fachhochschul-Kommission. Die mehrfache Regierungskandidatin, die durch ihren Parteiwechsel von der GLP zur FDP soeben selber erst einen Sturm der Entrüstung verursacht hat (siehe Seite 22), spürt «eine sehr konstruktive Stimmung und Zusammenarbeit zwischen den Kantonen rund um die FHNW-Finanzierung». Es verstehe sich allerdings von selbst, dass die Sparbemühungen einen Einschnitt für die FHNW bedeuten würden. Dabei wird laut Bernasconi «Basel-Stadt ziemlich sicher nicht als Lückenbüsser die Kürzungen anderer Kantone übernehmen», da aus Basler Sicht in der Finanzierung «das Bewahren des Status quo das Ziel» sei.

Spielverderber Aargau?

Freie Bahn also für die Baselbieter Sparziele? Wenigstens in diesem einen Posten, in dem mehrere Partner gemeinsam entscheiden müssen? Den Spielverderber könnte der Kanton Aargau geben, der soeben seinen Staatshaushalt für 2017 um rund 130 Millionen Franken entlasten musste. «Ich glaube nicht, dass der Baselbieter Antrag im Aargauer Grossen Rat eine Chance hat», erklärt die Grünen-Parlamentarierin und IPK-FHNW-Mitglied Eva Eliassen. Dies schlicht deshalb, weil man vom ewigen Sparmodus die Nase voll habe. Sie könne allerdings nicht im Namen der bürgerlichen IPK-Mitglieder und Fraktionen aus dem Aargau sprechen.