Wollen die Zwingner einen Brief aufgeben, können sie dies heute in der Poststelle vor Ort tun. Bald müssen sie dafür wohl in ein bestehendes Geschäft in der 2000-Einwohner-Gemeinde gehen.

Die Post plant, in Zwingen die Post zu schliessen und zu ersetzen. Hintergrund für den Schritt ist derselbe, wie in den fünf anderen Baselbieter Ortschaften, deren Filialen bis zum Jahr 2020 überprüft werden. In Zwingen, Grellingen, Thürnen, Läufelfingen, Hölstein und Bottmingen sind die Poststellen defizitär.

Wie bei den anderen betroffenen Gemeinden kam die Post ins Dorf und informierte die Bevölkerung. «Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder eine Postagentur oder einen Hausservice», erklärte Urs Möschli, Leiter Region Basel, den gut 100 Zwingnerinnen und Zwingnern am Mittwochabend in der Aula der Primarschule.

Bald wurde klar, dass die Post für Zwingen eine Postagentur bevorzugt. Dabei handelt es sich um eine in einen Laden integrierte Mini-Post, die von den Angestellten des Geschäfts betrieben wird. Vorteil sind die oft längeren Öffnungszeiten, Nachteil die reduzierten Dienstleistungen. So sind Bareinzahlungen nicht möglich.

Lidl, Bäckerei oder Coop-Tanke?

In Zwingen haben bisher noch keine Gespräche mit Partnern stattgefunden. Man werde dies in Absprache mit dem Gemeinderat aufgleisen, sagte Möschli. «Wir überstürzen nichts.» Mögliche Partner sind unter anderen die Bäckerei Anklin, der Intersport, der Lidl sowie die drei Tankstellen Coop, Migrolino und Avia.

«Er sehe schon die Oma mit schweren Paketen über die Strasse zur Coop-Tankstelle laufen», ärgerte sich ein älterer Herr. Wie er stehen viele Zwingner der Umstellung skeptisch gegenüber. Als bekannt wurde, dass die Post bedroht ist, sammelte man 950 Unterschriften gegen die Schliessung. Am Infoanlass war jedoch eine gewisse Resignation und Machtlosigkeit spürbar.

Was die Anwesenden nicht daran hinderte, das Unternehmen zu kritisieren. Immer wieder monierten sie das Verhalten gegenüber den Alten. Viele wollten wissen, was mit den vier Postangestellten geschieht. Zumindest hier konnte Urs Möschli beruhigen: «Die Mitarbeiter liegen mir am Herzen. Wir werden gemeinsam eine Lösung finden.»