Insgesamt zwanzig Ausstellungen unter dem Motto «Kunst in der Psychiatrie» sind in der vergangenen Dekade durchgeführt worden. Die Jubiläumsausstellung zeigt nun 40 ausgewählte Künstler der letzten zehn Jahre. Gerda Maise, Kuratorin der Ausstellung: «Die Künstlerinnen und Künstler haben extra für die jetzige Ausstellung Kunstwerke produziert und jeder durfte eines ausstellen.» Gezeigt werden Bilder, Fotografien sowie Skulpturen.

Ebenfalls wurde ein Ausstellungskatalog, der auf die zehn Jahre zurückblickt, zusammengestellt. «Dieser ist aus einer Kollaboration von dem kürzlich verstorbenen Kunstmaler Bruno Gasser, dem Fotografen Eugen Leu und mir entstanden», sagt sie stolz.

Kunstwerke in der Klinik

Die Idee, solch einen Ausstellungszyklus zu gestalten, kam vom Direktor der KPD, Hans-Peter Ulmann: «Ich habe mir schon seit längerer Zeit Gedanken gemacht, Kunst in die Klinik zu bringen. Jedoch hat stets das Budget dazu gefehlt.»

Trotzdem liess ihn die Idee nicht los. Deshalb entschloss er sich, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen, und kontaktierte den Kunstmaler Bruno Gasser. Dieser war auf Anhieb begeistert. Gemeinsam, mit einer Gruppe von engagierten Helferinnen und Helfern, entwickelten sie das Konzept vom Ausstellungszyklus.

Speziell ist, dass die Kunstwerke in der Klinik selbst, in den Räumen und Gängen, ausgestellt werden. In regelmässigen Abständen stellen jeweils zwei regionale Künstler ihre Werke aus. «Ich war schon immer von der Kunstwelt begeistert, und mit den örtlichen Künstlern zusammenzuarbeiten, ist natürlich eine tolle Sache», so Ulmann.

Kunst soll anecken

Dass die Ausstellungen nicht immer bei allen gut ankommen, nimmt er in Kauf: «Das ist sogar gewollt. Es soll zu Diskussionen führen», sagt Ulmann. Auch Gerda Maise ist derselben Meinung: «Kunst soll provozieren, irritieren und Emotionen auslösen.»

Rückblickend auf die zehn Jahre sei es schön zu sehen, dass «sich eine Lücke geschlossen hat», so der Direktor der KPD. Denn es sei ihm schon bewusst gewesen, dass die Klinik als Ausstellungsraum eher ungewöhnlich ist. Ulmann: «Wir wollen den Leuten unsere Institution in gewisser Weise auch näherbringen.»

Da die Menschen stets eine grosse Distanz zu psychiatrischen Kliniken haben, wolle er diese Barriere brechen. Inzwischen hat sich die Klinik als Ausstellungsort etabliert. «Schliesslich geht es ja um die Kunst, es ist mir einfach wichtig, dass die Menschen etwas Positives mitnehmen können.» Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Dezember in der psychiatrischen Klinik zu sehen. Der Katalog kostet 25 Franken.