Nichts bringt den Liestaler Einwohnerrat so in Fahrt wie Verkehrsfragen. Das war am Mittwoch bei der Diskussion rund um die Rosenstrasse nicht anders. Der Stadtrat solle prüfen, wie die Sicherheit auf dieser Durchgangsstrasse vor allem für den Langsamverkehr gesteigert werden kann, forderten die Grünen und schlugen Tempo 30 vor.

Stadtrat Franz Kaufmann (SP) zeigte sich offen für das Anliegen: «Wir nehmen die Rosenstrasse aufgrund des Postulats gerne unter die Lupe und schauen, was Tempo 30 kann, was Velostreifen können und was die Strasse in Zukunft soll.» Er gehe bei der Rosenstrasse davon aus, dass sie der Kanton in absehbarer Zeit übernehme.

Genau das war für Thomas Eugster (FDP), der auch im Landrat sitzt, ein Grund, das Postulat nicht zu überweisen: «Das Anliegen ist verständlich, doch die Folgerung und der Zeitpunkt sind falsch.» Wenn jetzt der Stadtrat das Anliegen prüfe und später der Kanton nochmals, sei das «doppelt gemoppelt». Auch die SVP wollte nichts von einem Postulat wissen. Ein solches behindere nur den Prozess und beschäftige die Verwaltung unnötig, meinte Hans Rudolf Schafroth.

Stefan Fraefel (CVP) störte sich vor allem an Tempo 30. Zwar sei die Situation auf der Rosenstrasse «schlecht», aber diese Hauptstrasse müsse leistungsfähig mit Tempo 50 bleiben. Velofahrer hätten Ausweichmöglichkeiten. Und weiter meinte Fraefel in einem Anflug von Galgenhumor: «Auch ein Fussgänger- und Velofahrverbot erhöht die Sicherheit. Autobahnen sich die sichersten Strassen.»

Bei A 22 herrscht Einigkeit

Michael Durrer (Grüne) hingegen verwies auf die Ansammlung von Institutionen von einer Kampfsportschule über das Kunstturnzentrum bis hin zur Musikschule, weshalb viele Jugendliche die Rosenstrasse benutzten. Weil sie aber eng sei, wichen viele Velofahrer aufs Trottoir aus und gefährdeten dort die Fussgänger. Durrer: «Tempo 30 wäre eine Möglichkeit für mehr Sicherheit.» Ähnlich sah es die SP, die betonte, dass es ja nur um eine Prüfung des Anliegens gehe. Doch der Rat lehnte eine Überweisung des Postulats an den Stadtrat mit 23 gegen 16 Stimmen ab.

Nicht jede Verkehrsfrage spaltet aber den Einwohnerrat. Das zeigte eine Interpellation zur A 22. «Ja natürlich» werde sich der Stadtrat für eine bessere Linienführung dieser Strasse stark machen, die mehr «eine Durchfahrung, denn eine Umfahrung von Liestal» sei, antwortete Stadtrat Kaufmann. So habe Liestal zusammen mit den Gemeinden in den Frenkentälern bei der Vernehmlassung zum kantonalen Richtplan gefordert, dass das Trassee durch den Schleifenberg für eine künftige A 22 gesichert werden müsse.

Dank der landrätlichen Bewilligung eines Notfallkredits für Sofortmassnahmen halte die A 22-Brücke über die Ergolz die nächsten 10 bis 15 Jahre, prognostizierte Kaufmann. Im Gleichklang forderten darauf die Grüne Anna Ott und der freisinnige Thomas Eugster, dieses Zeitfenster zu nutzen, um eine bessere Linienführung zu planen.