Damit kommt das «Eidgenössische» erstmals überhaupt ins Baselbiet. 1977 fand das ESAF zum bisher letzten Mal in der Region Basel statt, damals war der baselstädtische Schwingerverband für die Durchführung zuständig.

Die Kandidatur Prattelns war unbestritten. Sämtliche rund 220 Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV) stimmten für die Kandidatur aus dem Kanton Baselland. Gegenstimmen und Enthaltungen gab es keine bei der Versammlung im Kongresszentrum Braui in Hochdorf.

Pratteln war die einzige Bewerbung, wie das bei Vergaben von «Eidgenössischen» üblich ist. Der Anlass wird nach einem bestimmten Schlüssel verteilt. 2022 hätten die beiden Basler Kantonalverbände Anrecht auf die Durchführung des ESAF. Der Schwingerverband Basel-Stadt signalisierte früh, dass er den Baselbietern den Vorrang lässt, falls sie eine Bewerbung ins Auge fassen. Die Basler Schwinger werden jedoch bei der Organisation mithelfen. So war in Hochdorf auch der Präsident des städtischen Schwingerverbands anwesend. In Basel fand das ESAF bereits drei Mal statt.

«Eues Baselbiet. Euses ESAF 2022»

Eine grosse Delegation aus dem Baselbiet präsentierte die Bewerbung «Baselbiet‘22» den Abgeordneten. Regierungsrat Thomas Weber stellte den geplanten Festplatz in der Ebene zwischen Pratteln und Füllinsdorf, näher vor. Ebenso wurde ein längeres Video vorgeführt, unter dem Titel «Eues Baselbiet. Euses ESAF 2022».

Das Stadion soll 47'000 Sitzplätze bieten. Es ist also so gross wie die mobile Arena beim ESAF 2010 in Frauenfeld. Bei den ESAF-Ausgaben 2013 (Burgdorf) und 2016 (Estavayer-le-Lac) kamen grössere Stadien zum Einsatz. Wegen der begrenzten Platzverhältnisse in Pratteln wurde die Kapazität etwas redimensioniert.

Der ursprünglich ins Auge gefasste Festort war die Ebene zwischen Aesch und Reinach. Nach dem Widerstand der Landbewirtschafter und diverser Umweltschutz-Organisationen wurde diese Variante jedoch fallen gelassen. Im Februar des vergangenen Jahres gaben die Verantwortlichen von den Schwingverbänden und des Kantons Baselland die Variante Pratteln bekannt.

OK der Landwirte liegt vor

Völlig neu war das Dossier für Pratteln den Verantwortlichen des ESV nicht. Bereits im November 2017 besichtigen Mitglieder des Zentralvorstands das vorgesehene Festgelände Leimen-Hülften, am südöstlichen Siedlungsrand Prattelns. Eine Expertengruppe des ESV hatte zudem eine Vorprüfung des Bewerbungsdossiers vorgenommen und erste Verbesserungsvorschläge eingebracht.

Das Festgelände soll rund 30 Hektar gross werden. Es bietet Platz für das eigentliche Festzentrum, die mobile Arena, das Steinsossen, die Verpflegungs- und Unterhaltungszelte sowie für das Public Viewing.

Das Areal wird heute landwirtschaftlich genutzt. Die fünf betroffenen Landwirte haben alle ihr Einverständnis erteilt, dass sie ihr Flächen zur Verfügung stellen.