Bei den letzten Wahlen 2015 war die SP mit einer Doppelkandidatur gescheitert. Die Sozialdemokraten verloren damals nach 90 Jahren des Mitregierens ihren Sitz in der fünfköpfigen Exekutive an die FDP. Diese hat seither mit der damals neugewählten Bildungs-, Kultur- und Sportdirektorin Monica Gschwind und mit Bau- und Umweltschutzdirektorin Sabine Pegoraro zwei Sitze inne.

Mit jenem Sitzverlust der Linken bauten die Bürgerlichen ihre Macht in der Regierung des Landkantons aus. FDP, SVP und CVP haben seither zusammen vier Sitze, die Grünen einen. Sicherheitsdirektor Isaac Reber (Grüne) ist seit 2011 dabei, während Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) und Finanz- und Kirchendirektor Anton Lauber (CVP) seit 2013 mitregieren.

Pegoraro, die seit 2003 in der Regierung ist, hat für die Wahl 2019 ihren Verzicht erklärt. Die FDP will diesen Sitz kampflos der SVP überlassen – der wählerstärksten Partei im Kanton Basel-Landschaft. Neben Thomas Weber schickt die SVP den 52-jährigen Unternehmer und Nationalrat Thomas de Courten ins Rennen.

Schmerzhaftes Sparprogramm

Die SP drängt derweil mit Kathrin Schweizer zurück in die Regierung. Die 49-jährige Verkehrsplanerin war Fraktionspräsidentin der SP im Baselbieter Kantonsparlament. Zudem sitzt sie im Gemeinderat von Muttenz.

Nach einem einschneidenden Sparprogramm, das die Regierung kurz nach den Wahlen 2015 präsentiert hatte, machen sich die Sozialdemokraten Hoffnungen. Einige vorgesehene Sparmassnahmen hat das links-grüne Lager erfolgreich verhindert. Bis weit in die Mitte sind zudem Stimmen zu hören, die eine Rückkehr der SP als zweitstärkste Partei im Baselbiet in die Regierung wünschen.

De Courten haftet dagegen der Stempel eines SVP-Hardliners an, weshalb ihm etwa der bürgerliche Partner CVP eine offizielle Unterstützung verweigert. Der Wahlkampf der Bürgerlichen ist daher nicht ganz so kompakt wie noch vor vier Jahren.

Schwarze Zahlen

Als ihren Erfolg werten die Bürgerlichen die Rückkehr des Kantons in die schwarzen Zahlen. 2017 hat die Baselbieter Staatsrechnung erstmals seit neun Jahren wieder mit einem Überschuss abgeschlossen. Dieser war neben den Sparmassnahmen allerdings sehr stark auch auf gestiegene Steuererträge zurückzuführen.

Auch der Finanzplan für die kommenden drei Jahre rechnet mit schwarzen Zahlen. An der Wiederwahl von Finanzdirektor Lauber zweifelt daher kaum jemand. Dasselbe gilt für Thomas Weber – trotz der am 10. Februar gescheiterten Spitalfusion und Querelen rund um die Schwarzarbeitskontrollen, in die auch Webers Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion involviert ist.

Stimmen bis ins bürgerliche Lager geholt hatte bei den vergangenen Wahlen jeweils Reber. Der Grüne setzte in der laufenden Legislatur seinen pragmatischen Kurs fort. Dass er aus der Regierung gedrängt wird, scheint daher eher unwahrscheinlich.

Erstmals einer Bestätigungswahl stellen muss sich Gschwind. Nach Start-Schwierigkeiten hat sie Fuss gefasst in ihrer Direktion. Die politischen Diskussionen um Bildungsthemen ebben indes nur langsam ab. Ferner kandidiert noch ein parteiloser Aussenseiter, der 1975 geborene Jurist und Pflegefachmann Samuel Mathys.