Bei der Eröffnung 2008 galt die Pflegewohnung an der Seminarstrasse in Muttenz noch als Pionierprojekt. 13 betagte Menschen leben hier wie in einer Grossfamilie – allerdings nur noch bis Ende November. Die Spitex Muttenz, der die Wohnung gehört, schliesst die Pflegewohnung per Ende November.

«Es war ein betriebswirtschaftlicher Entscheid», sagt Spitex-Präsidentin Maja Kellenberger. Ursprünglich habe das Konzept «Wohnen wie zuhause» geheissen. Leute, die noch gut zu Fuss seien und wenig Betreuung brauchen, zogen in die Wohnungen ein. Doch diese sind jetzt älter geworden. «Sie wollen so lange wie möglich selbständig bleiben», so Kellenberger. Und Jüngere dazu zu bringen, hier einzuziehen, sei auch nicht einfach. «Baulich sind wir nicht sehr attraktiv.»

Zum Beispiel gebe es für 13 Personen gerade mal zwei Badezimmer. Dabei hätten ältere Menschen höhere Ansprüche, sie würden sich zum Beispiel eigene WCs wünschen. «Wir haben geprüft, ob wir welche einbauen können. Mit vernünftigem finanziellem Aufwand ist das nicht zu leisten.»

Zudem werde es immer schwieriger, die zunehmend strengen Vorgaben des Kantons zu erfüllen. Für die Bewohner sucht die Spitex jetzt Plätze in den beiden Alters- und Pflegeheimen in Muttenz oder auch in Heimen der umliegenden Gemeinden. Für das Personal sucht man eine Lösung innerhalb der Spitex. Ganz alle Beschäftigen werde man nicht behalten können, «aber es wird sicher keine Massenentlassung geben», versichert Kellenberger.

Die Gemeinde hat zwar eine Leistungsvereinbarung mit der Spitex. Doch diese betrifft nicht den Betrieb von Pflegewohnungen. Denn diese würden nicht von der Gemeinde subventioniert, bestätigen unabhängig voneinander sowohl Kellenberger als auch Gemeindepräsident Peter Vogt (CVP). Letzterer sagt, der Gemeinderat habe den Schliessungsentscheid einfach zur Kenntnis genommen, ohne darauf Einfluss zu nehmen und die Details zu kennen. «Die Spitex ist ein selbständiger Verein», wie er betont. (mec)