Herr Widmer, der Oltiger Määrt ist der grösste Anlass dieser Art im Oberbaselbiet. Wie schafft es eine 480-SeelenGemeinde, jährlich so was auf die Beine zu stellen?

Yves Widmer: Ein grosser Teil der Bevölkerung von Oltingen steht von der Idee und der Organisation her hinter diesem Anlass und ist bereit, jedes Jahr dafür zu arbeiten. Selbstverständlich sind wir auf die Einwohnerschaft angewiesen – ohne sie ginge es nicht. Es beginnt im ganz Kleinen. Der Markt findet im Dorf statt, hauptsächlich auf Privatareal. Die Bewohner stellen ihre Hausplätze und ihre Scheunen zur Verfügung.

Wie viele Dorfbewohnerinnen und -bewohner sind involviert?

Eine exakte Zahl kann ich nicht nennen. Aber es ist mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner direkt oder indirekt am Oltiger Määrt beteiligt. Von jener Person, die zwei Stunden lang Kaffee serviert oder sonst wo aushilft, wo sie benötigt wird, bis zu denjenigen Leuten, die grosse Beizen führen und während der ganzen Woche vorbereitet und aufgestellt haben.

Dieses Wochenende wird der Oltiger Määrt zum 14. Mal durchgeführt. Ist er zum Selbstläufer geworden?

Es macht fast den Anschein. Am meisten beschäftigt das OK, dass man nicht in Lethargie verfällt. Wir haben jedes Jahr genügend Aussteller, um Dorf und Markt zu füllen. Die Bevölkerung wirkt nach wie vor grossartig mit. Und jährlich sind wir zufrieden mit den Besucherzahlen, die nicht zu beziffern sind. Das alles birgt die Gefahr, dass man sich auf den Lorbeeren ausruht. Andererseits wollen wir am Konzept festhalten und nicht alles umkrempeln. Es darf traditionell sein. Böse Zungen könnten behaupten, es sei immer das Gleiche, was auch stimmt. Aber wir bemühen uns immer, Neues ins Rahmenprogramm einfliessen zu lassen. Viele Aussteller kommen schon seit Jahren, und das ist gut so. Auf sie sind wir angewiesen. Sie ziehen immer sehr viele Besucher an.

Kann die Veranstaltung noch grösser werden?

Nein. Sie hat sich in den ersten zehn Jahren massiv vergrössert. Vor drei Jahren hat die Marktkommission entscheiden, den Plafond auf 80 Stände zu beschränken. Das ist eine gute Zahl, weil das Dorf schlicht nicht grösser ist. Sonst wird es zu eng. Der Oltiger Määrt hat ganz klein angefangen mit ein paar Leuten, die einen Bauernmarkt organisierten. An einigen Ständen wurden landwirtschaftliche Produkte angeboten.

Viele Besucher werden mit dem Auto anreisen. Wie lösen Sie das Verkehrsproblem?

Im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir weisen stets darauf hin, mit dem öffentlichen Verkehrsmittel anzureisen. Davon machen auch viele Besucher Gebrauch, was an den vollen Postautos deutlich sichtbar ist. Unser Verkehrskonzept sieht Parkplätze für Aussteller vor. Bauern aus dem Dorf stellen uns aber Wiesen als Parkraum für Besucher zur Verfügung.

Die Wetteraussichten für Samstag und Sonntag sind nicht rosig. Was bedeutet das für Sie als Organisatoren?

Auch diesbezüglich sind wir auf die Bevölkerung angewiesen. Ein, zwei Bauern stehen mit Traktoren bereit, um Autos aus dem Morast zu ziehen. Schlechtes Wetter heisst nicht unbedingt weniger Besucher. Die letzten Jahre hatten wir häufig Wetterpech, die Besucherzahlen liessen sich dennoch sehen. Aber diesmal sehen die Prognosen düster aus. Wir sind gespannt. Ein Besuch lohnt sich trotz des schlechten Wetters immer.

Welches sind die Highlights am diesjährigen Oltiger Määrt?

Höhepunkte sind das Dorf selbst sowie die vielen regionalen Ausstellerinnen und Aussteller, die ihre Produkte und handwerklichen Sachen anbieten. Es ist immer heikel, etwas hervorzuheben. Alle sind wichtig. Denn der Markt lebt von seiner Vielseitigkeit und Buntheit. Dennoch möchte ich speziell das Holzriesenrad erwähnen, das zwei Einheimische nach eingekauften Plänen selber gebaut haben, und den Minizirkus, der uns heuer wieder seine Reverenz erweist.

Der Oltiger Määrt findet am Samstag von 11 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis
17 Uhr statt.