Da reiben sich viele die Augen, manche vielleicht die Hände. Für einen Startpreis von 60 000 Franken wird die Autonummer BL 118 in einer Online-Auktion angeboten. Diese erlaubt nur Steigerungen in 100-Franken-Schritten. Die Auktion hat vergangenen Montagmorgen begonnen und dauert noch bis nächsten Sonntag, 9. September, um 20 Uhr. Bis gestern Abend war noch kein Bieter bekannt.

Das Schild ist eine heisse Sache; mit 118 trägt es die Notrufnummer der Feuerwehr. Eine Privatperson hält ihr spezielles Kontrollschild feil, das via Homepage der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) Baselland versteigert wird. «Private können die Höhe des Startpreises selbst festlegen», erklärt MFK-Leiter Pascal Donati. Für dreistellige Autonummernschilder, die im Besitz des Kantons Baselland sind, gilt ein Startgebot von 2000 Franken; einstellige werden ab 4000 Franken, zweistellige ab 3000 Franken angeboten.

Gemäss der Homepage auktion-ch.ch können Private nur im Baselbiet und im Thurgau ihre Nummernschilder im Online-Auktionssystem des Kantons versteigern lassen und gegen eine Übertragungsgebühr an Drittpersonen verkaufen. Zwar besitzen 18 Kantone, die den gleichen IT-Anbieter haben, dieses Tool. Ob darauf jedoch private Anbieter zugelassen sind, hängt davon ab, ob dies die Politik erlaubt. Die Baselbieter Sicherheitsdirektion hat vor ein paar Jahren ihr Okay dazu gegeben.

Auf Kantonsportal statt auf eBay

«Wir stellten dieses Tool zur Verfügung, weil wir verhindern wollten, dass bei eBay oder auf anderen Portalen BL-Kontrollschilder versteigert werden», sagt Donati. Die Plattform sei ein Bedürfnis, weil darauf die Leute nach ihren Bedingungen anbieten könnten. Die MFK will sich da aber raus halten, vor allem bei Privatauktionen.

Laut dem Leiter der Baselbieter Motorfahrzeugkontrolle erzielte BL 7 mit rund 34'000 Franken den bisher höchsten Ertrag für eine Autonummer im Kanton. Sollte BL 118 bis kommenden Sonntag eine Käuferin oder einen Käufer finden, würde die aktuelle Rekordzahl gesprengt.

Kontrollschilder sind eine emotionale Angelegenheit. «Baselbieter sind vernünftige Menschen, sie zahlen nicht horrende Beträge wie in anderen Kantonen», meint Pascal Donati. Heuer löste ZG 10 mit 233'000 Franken den vorigen nationalen Spitzenreiter VS 1 ab. Für das Walliser Kennzeichen wurden vergangenes Jahr 160'100 Franken hingeblättert. Platz drei in diesem Ranking nimmt derzeit ZH 987 ein: mit satten 152'400 Franken.

Hier können sie mitbieten: www.auktion-bl.ch