Die Zutaten auf dem Tisch in der Schulküche liegen bereit. Im Oberstufenzentrum Dorneckberg in Büren entstehen heute wieder einige exquisite Gerichte. Auf der Speisekarte stehen an diesem Abend indische Curry-Spezialitäten. Als ersten Gang gibt es ein Tatar vom Thunfisch mit Avocado sowie eines vom Lachs mit Mango. Zubereitet werden die Speisen von Männern aus Büren, die mehrmals pro Jahr gemeinsam kochen. Seit rund dreissig Jahren treffen sie sich, um ein Menü zu kreieren.

Zum ersten Mal dabei ist Timo Kümin, der erst vor kurzem in die Gemeinde zog. Wie die meisten Teilnehmer ist er ein leidenschaftlicher Hobbykoch, der auch zu Hause oft am Herd steht. Seine Frau und seine Tochter hätten sich bisher noch nicht beschwert, deutet er auf seine Qualitäten in der Küche hin. Er erhofft sich vom Treffen, seine Kenntnisse zu verbessern und neue Gerichte kennenzulernen. Ausserdem ist es für ihn eine Möglichkeit, sich im Dorf zu integrieren und Bekanntschaft mit ähnlich interessierten Bewohnern zu machen.

Aufgabenteilung in der Küche

Als alle neun Männer in der Schulküche eingetroffen sind, werden Anleitungen für die heutigen Kreationen verteilt. Bei jedem Treffen der sogenannten Hobbyköche Büren bringen Teilnehmer persönliche Lieblingsrezepte mit, mit denen sie ihre Kollegen überzeugen wollen. Roland Aerni, der bis vor wenigen Jahren als Gemeindepräsident von Büren amtete, ist heute für die Vorspeise zuständig. Schon schneidet er die Fischfilets in mundgerechte Happen, beträufelt sie mit Zitronensaft und richtet sie an. Die Anwesenden gehen ihm zur Hand und übernehmen verschiedene Aufgaben. Die einen kümmern sich um die Zubereitung der Salatsauce, die anderen schneiden die Früchte klein.

Der Hauptgang stammt von Simon Basler, der schon seit den Anfängen den Hobbyköchen angehört. «Damals erhielten wir in der Küche noch Unterstützung von unseren Ehefrauen», erinnert er sich. Mit der Zeit entwickelten sich die Kochabende aber zu einer reinen Männerrunde. Zwar wohne er seit einiger Zeit in Lörrach, was ihn jedoch nicht davon abhalte, für kulinarische Höhenflüge ins Dorneck zurückzukehren.

In den letzten Monaten habe er sich intensiv mit der indischen Küche auseinandergesetzt, erklärt er. Seine Faszination für die geschmackvollen Gewürze überträgt sich auf die übrigen Gourmets. Als solche bezeichnen sich die Teilnehmer, die sich mit den Treffen etwas gönnen möchten.

Mittlerweile brutzelt in der Bratpfanne das in feine Streifen geschnittene Hähnchenfilet. Die Gewürzpaste aus Chilischoten, Kokosraspeln, Ingwer und zahlreichen weiteren Bestandteilen verströmt einen verlockenden Duft. Er lege Wert darauf, authentisch zu kochen, obwohl er bei diesem Gericht die originale Schärfe ein wenig reduzieren musste, sagt Basler.

Schliesslich stehen Genuss und Geselligkeit im Zentrum. Während des Essens wird besprochen, was in einigen Wochen auf den Tisch kommt. Neuling Timo Kümin schlägt vor, eine Soljanka zuzubereiten. Der Eintopf gehörte zu den beliebtesten Gerichten in Ostdeutschland, woher seine Ehefrau stammt. An Ideen für die weiteren Treffen mangelt es in Büren nicht.