Der Baselbieter Heimatschutz (BLHS) hat sich im April 2016 und im Januar 2017 mit den Behörden der Gemeinden Waldenburg, Oberdorf, Niederdorf und Hölstein zusammengesetzt. Thema war der Bahnneubau des «Waldenburgerli» und dessen Auswirkung auf die Ortsbilder der Gemeinden.

Der BLHS hat in der Folge einen Planungsverlauf, eine Kostenaufstellung über das Planungsverfahren und einen möglichen Kostenverteiler als Verhandlungsbasis mit dem Kanton und der BLT ausgearbeitet. Ziel dieser Arbeit war, entlang des Bahnneubaus in der Kernzone der Gemeinden, in einem bestimmten Perimeter, die Ortsplanung neu zu definieren. Die bz hat am 1. März darüber berichtet.

«Für Jahrhundertchance fehlt das Geld» wurde dieser Artikel betitelt, was klar aufzeigt, wie sich die am stärksten betroffenen Gemeinden Oberdorf und Hölstein zum vorgeschlagenen Planungsprojekt äussern: enttäuschend! Dabei ist eine langfristige Planungsperspektive zusammen mit dem Bahnneubau dringend notwendig.

Die in Oberdorf und Hölstein problematischen Ortsbilder mit vernachlässigten und kaum bewohnbaren Liegenschaften sind unbedingt aufzuwerten. Die Dorfzentren müssen neue Nutzungen aufnehmen, und dazu braucht es eine weitsichtige und professionelle Planung. Selbstverständlich kostet diese Investition in die Zukunft auch etwas, diese Planung ist aber gleichzeitig auch eine riesige Chance.

Unabdingbar ist natürlich, dass die Gemeinden mit den anderen Beteiligten, der BLT und dem Kanton, von sich aus den Kontakt suchen und nicht etwa zuwarten, was da kommen mag. Wir wissen vom Planungsamt und von der BLT, dass diese sehr wohl auf eine Initiative der Gemeinden interessiert reagieren würden. Nur, die Gemeinden müssen wissen, was sie wollen, und nicht bei erster Gelegenheit die Finanzen vorschieben.

Dies ist als Ausrede zu mager! Dieses Argument kennen wir zur Genüge, und es tötet jede Initiative und jede neue Entwicklung im Voraus ab. Der BLHS hat den Gemeinden aufgezeigt, wie die Finanzproblematik angegangen werden kann – als Verhandlungsbasis für alle Beteiligten: Aufgrund der Investition am Bahnhof Waldenburg haben wir den Gemeinden Oberdorf, Niederdorf und Hölstein vorgeschlagen, die rund 20 Millionen Franken für Hochbauten in Waldenburg ebenfalls für sich selber einzufordern.

Dies würde jeder Gemeinde 7 Millionen Franken für Investitionen entlang dem neuen Bahntrassee einbringen. Und dies steht wiederum in einer fairen Relation zu den Totalkosten der Bahn von über 300 Millionen Franken. Für eine paritätische Aufteilung der Planungskosten von 120 000 Franken schlagen wir den folgenden Verteilschlüssel vor: 1/3 Gemeinde, 1/3 Kanton und 1/3 BLT als Verursacherin.

Auch der Baselbieter Heimatschutz könnte sich vorstellen, sich an den Kosten zu beteiligen. Die Beteiligten müssen untereinander offen und klar verhandeln können, der BLHS kann eine gewünschte Moderation übernehmen und hat dies auch schon angeboten – wenn die Gemeinden nur wollten!

Dass die betroffenen Gemeinden für diese Jahrhundertchance nicht einmal 40 000 Franken für eine umfassende Planung investieren wollen, kann der Baselbieter Heimatschutz nicht verstehen. Oft ist es viel einfacher, den Kanton, die Denkmalpflege, das Planungsamt, das Bauinspektorat, überhaupt jedes Amt, in ein schlechtes Licht zu stellen, bevor man sich selbstkritisch hinterfragt und Initiative zeigt.