Sammler haben ein Problem, früher oder später. Sie tragen, oft über viele Lebensjahre, mit Passion ihre Schätze zusammen, füllen Alben, Keller, Archive oder Estriche. Was aber geschieht mit der Sammlung, wenn der Sammler nicht mehr da ist? Gibt es jemanden, der das Lebenswerk weiterführt, es betreut, beisammenhält? Oder droht der Zerfall, im schlimmsten Fall die Zerstörung der Hinterlassenschaft?

Wie dem Problem noch zu Lebzeiten entgegengewirkt werden kann, zeigt das Beispiel einer Stiftung, die Mario Ceroni unlängst in Muttenz gegründet hat. Der mittlerweile pensionierte Chemiker und Informatiker hat über 50 Jahre hinweg Briefmarken gesammelt. «Es ist keine extrem kostbare Sammlung, aber eine sehr umfangreiche und weltweite», erklärt der 66-Jährige. Er steht nun vor der Frage, wie er das Ganze für die Nachwelt bewahrt.

Für immer im Netz

Mit wenig finanziellem Aufwand hat Ceroni nun eine Stiftung gegründet. Sie «bezweckt den Aufbau und Betrieb von Internetmuseen auf den Gebieten der Philatelie», heisst es im Stiftungszweck. Die Sammlung soll in absehbarer Zeit auf einer Website der Ceroni Foundation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. «Es gibt doch alleine in der Schweiz etwa 50 000 Philatelisten», erklärt er.

Nach dem ersten Schritt, dem Aufbau des Portals und der Publikation der eigenen Sammlung, soll das Gefäss auch anderen Sammlern zugänglich gemacht werden. Ceroni ist überzeugt, dass noch einige vor demselben Problem stehen wie er. Die digital angelegten Alben werden nach Ländern geordnet und können über eine Weltkarte abgerufen werden. «Auf diese Weise werden die Sammlungen der Nachwelt erhalten, selbst wenn sie physisch irgendwann nicht mehr existieren», sagt Ceroni.

Digitales Kunstmuseum

Die Ceroni Foundation wird jedoch nicht nur zur Plattform für Philatelie, sondern auch für Kunst. Genauer: für die Präsentation junger Schweizer Künstler im Internet. In Zusammenarbeit mit dem Muttenzer Künstler Marco Pittori wird ein virtuell begehbares Museum entwickelt. «Es gibt dort alles, nur kein Café und keine Kasse», erklärt Ceroni. Die Ausstellungen werden kuratiert, die Künstler auserlesen. Das Publikum kann ihr Werk online kennenlernen.

In einem weiteren Schritt soll die Stiftung in Zukunft auch Kunstwerke erwerben, um diese wiederum als Leihgabe interessierten Plattformen zur Verfügung zu stellen.