Am 5. Januar 2018 ereignete sich für Heinrich Gugelmann, Direktor und Dompteur des Circus Maus, eine Tragödie: Sein Wohnwagen und die Käfige seiner Tiere brannten komplett ab. Auf einen Schlag verlor der 70-Jährige seine Habseligkeiten – darunter waren Fotos, Handy, Computer, Ausweise, Geld, Kunstgegenstände –, sein Dach über dem Kopf und einen Teil seiner geliebten Tiere. Drei Hunde, zwei Katzen und eine Ratte fielen den Flammen zum Opfer. «Ich war bloss eine halbe Stunde beim Nachbar. In dieser Zeit hat der Brand alles zerstört», erzählt Gugelmann auf Anfrage. 

Bis heute ist unklar, was den Brand ausgelöst hat. Die Feuerwehr konnte keine Brandursache ermitteln, wie die «Tageswoche» berichtete. «Ich rauche nicht und wenn man Tiere hat, zündet man auch keine Kerzen an», meint der Zirkusdirektor. Möglicherweise sei ein Kurzschluss für den Brand verantwortlich gewesen. Von einer Fremdeinwirkung gehe er grundsätzlich nicht aus. 

Mittlerweile konnte der Zirkusdirektor den ersten Schock verdauen, das Schicksal – wie er es nennt – akzeptieren. Der Verlust der Tiere geht ihm aber immer noch sehr nah: «Es gibt Momente, in denen ich das Geschehene nicht realisiere. Teilweise bereite ich automatisch das Futter für die verstorbenen Tiere vor, und dann merke ich plötzlich, dass sie gar nicht mehr da sind.»

Auf der Strasse leben muss Gugelmann nicht: «Glücklicherweise hatte ich noch einen alten Gästewagen, in den ich nun umgezogen bin.» Dieser steht auf dem Blauen im Laufental, wo der Zirkusmann mit den überlebenden Tieren wohnt.

Neuanfang

Die Tragödie bedeutet nicht das Ende für den Circus Maus, wie Gugelmann berichtet: «Momentan baue ich den Zirkus wieder auf, jedoch in einem kleineren Rahmen.» Die gemischte Nummer mit den Hunden, den Katzen und dem Schwein – die als Hauptattraktion galt – werde es zwar künftig nicht mehr geben, die drei Geissen werden aber weiterhin auftreten. Ausserdem möchte der Dompteur mit einer der Katzen, die den Brand überlebt haben, und ihrem Nachwuchs eine neue Nummer starten. 

Circus Maus

Circus Maus

Im Video zeigt Gugelmann verschiedene Zirkusnummern. Darunter ist auch die Nummer mit den verschiedenen Tierarten zu sehen.

Sowieso wäre Heinrich Gugelmann künftig von sich aus kürzer getreten. Tiere, die sterben, wollte er nicht mehr ersetzen: «Ich bin 70 Jahre alt und wer weiss, am Schluss überleben sie mich noch. Ich hätte also stetig abgebaut, das Schicksal kam mir jedoch zuvor und hat mir alles auf einmal genommen.»

Damit der Circus Maus auch finanziell schnell wieder auf die Beine kommt, wurden in den vergangenen Monaten drei Benefiz-Veranstaltungen organisiert. Unter anderem wurden am 12. April bei einem Gala-Diner Spenden für den abgebrannten Zirkus gesammelt. «An der Gala ist doch einiges an finanziellen Mitteln zusammengekommen. Davon werde ich aber sicherlich nicht reich, denn die Beseitigung der verbrannten Sachen hat sehr viel gekostet», erklärt Gugelmann. 

Trotzdem habe sich das Gala-Diner gelohnt: «Wir hatten enormes Glück mit dem Wetter. Ich bin mit meiner Geissen-Nummer aufgetreten, und der Anlass hat den Leuten grosse Freude bereitet.»